Markenzeichen Wagner
Wagner, der alte Verführer und Menschenfänger. Ungebrochen entfaltet er seine Wirkung. Mit dem Rausch seiner megalomanen Dramen. Mit der Droge seiner unendlichen Melodien. Mit dem schaurig-schönen Appeal seiner volltönenden Apokalypsen. Das Gespenst seines Genies geht um, wo immer Oper und Musiktheater gemacht wird. Und das seit mehr als hundert Jahren. Bayreuth ist überall. Wenn ein Haus zeigen will, was es drauf hat, wenn es alle Reserven mobilisieren und die Welt in Staunen versetzen will, nimmt es sich Wagner vor. Am besten gleich den ganzen «Ring».
Eine Aufführung der Tetralogie, zumal aus eigener Kraft gestemmt, gilt auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch als die bedeutendste Trophäe, die ein Intendantenleben bietet. Vom kleinen (Landes-)Theater zu Detmold über Antwerpen, Freiburg und Weimar (siehe Panorama) bis zum Palast der Künste in Budapest (wo Adam Fischer den Wagner-Stab führt [siehe Seite 36]), vom Grand Théâtre du Provence in Aix (wo Simon Rattle Funken schlägt [siehe Seite 20]) bis zur Met in New York (wo sich bald Robert Lepage mit Glanz und Elend von Walhall beschäftigt): Wer auf sich hält, schickt über kurz oder lang Wotan, Siegfried & Co. auf die Bühne.
Erst ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Unter dicken Schichten von Baustaub liegt das Teatro Colón derzeit wie tot. Dem Zuschauerraum fehlt die Bestuhlung. Vom fünften Rang herab verhüllen Plastikplanen die alte Pracht. Die finstere Stille im größten und bedeutendsten Opernhaus Südamerikas indes täuscht. In Wirklichkeit ist das Gebäude offen. Was die vielen Musiker mit Instrumenten hier tun, wollen wir...
Der Hügel ist nicht grün, sondern aus gelbgrauen Ziegeln, gleicht von der Form her eher Pieter Brueghels Turm zu Babel und kann über einen Spiralenweg in knapp mehr als einer Minute erklommen werden. Vor allem aber steht er nicht in Bayreuth, sondern am Donau-Ufer in Budapest, vor dem «Palast der Künste». In diesem vor drei Jahren eröffneten Kulturkomplex fand...
Das diskografische Erbe des Tenors Peter Anders, der sich mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode noch ungebrochener Popularität erfreut, ist beeindruckend: Rund fünfhundert Aufnahmen, die Rundfunkproduktionen mitgerechnet, sind erhalten, ein großer Teil davon wurde auf CD recycelt. Neues zu entdecken gibt es bei diesem Sänger also kaum, aber das...
