Grand opéra buffa
Die Gattungsbezeichnung, die sich John Corigliano für seine nunmehr 30 Jahre junge Fortsetzung von Mozarts «Le nozze di Figaro» wählte, ist überaus vielsagend. Eine «Grand Opéra Buffa» nannte er den 1991 an der New Yorker Met aus der Taufe gehobenen Zweiakter.
Die Uraufführung unter James Levine betonte denn auch die gleichsam amerikanisch-französische Devise eines «Make Opera great again»: Extra große Sängerpersönlichkeiten wie Teresa Stratas als Marie-Antoinette, Renée Fleming als Rosina, Håkan Hagegård als Beaumarchais oder Graham Clark als Bégearss sorgten für Star-Glamour, sogar die Mezzolegende des Rossini-Gesangs, Marilyn Horne, wurde für die Nebenrolle der Samira auf die Riesenbühne geholt.
Das groß besetzte Orchester zuzüglich Bühnenmusik und Synthesizer, neben den zehn Hauptpartien eine sehr lange Liste von kleinen Rollen, Choreografie und eine üppige historisierende Inszenierung trugen zum enormen Erfolg des neuen Werks bei, mit dem er, so der 1938 geborene Komponist, «nicht nur ein Stück für, sondern auch eines über die Met» habe schreiben wollen, zudem «darüber, was Oper und ihre Historie für die amerikanische Kunst bedeutete.» Coriglianos Faszination für Mozart und ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Peter Krause
Der Komponist und der Diktator starben just am selben Tag, dem 5. März 1953. Es erscheint als fiese Ironie des Schicksals, dass Josef Stalin mit seinem finalen Abgang von der Weltbühne Sergej Prokofjew gleichsam die Show stahl. Denn die angeordnete Staatstrauer um den Tod des Massenmörders ließ die Nachricht vom Hinscheiden des freiwillig in die Heimat...
«Ich will lieben, aber um zu genießen, / ich rühme mich nicht, beständig zu sein»: So klingt ein Don Giovanni des Jahres 1680, auch wenn er Lindoro heißt. Tatsächlich hat Bernardo Pasquinis für Rom komponierte Oper «L’Idalma overo Chi dura la vince» denselben Ursprung in der spanischen Mantel-und-Degen-Komödie wie Mozarts Oper. Die Männer sehen ebenso ihre Ehre...
Das war ein kerniger Einstieg. «Verrückt», so lautete diesen Sommer das Motto des Lucerne Festival. Das Luzerner Theater, in das unter der Leitung von Ina Karr ein neues Team eingezogen ist, nahm die Vorgabe beim Wort und wagte sich für die traditionelle Koproduktion mit den Festspielen an Mauricio Kagels «Staatstheater». Mutig war das, weil das kleine Haus über...
