Spaß mit Pfeffer
Das war ein kerniger Einstieg. «Verrückt», so lautete diesen Sommer das Motto des Lucerne Festival. Das Luzerner Theater, in das unter der Leitung von Ina Karr ein neues Team eingezogen ist, nahm die Vorgabe beim Wort und wagte sich für die traditionelle Koproduktion mit den Festspielen an Mauricio Kagels «Staatstheater». Mutig war das, weil das kleine Haus über beschränkte Ressourcen verfügt – doch lag gerade darin die Chance.
Denn stolz und selbstbewusst leistet sich die Leuchtenstadt ein Dreispartentheater, und das wusste die Regisseurin Lydia Steier, die im Team um die neue Intendantin als Operndirektorin wirkt, nach Maßen zu nutzen. Sängerinnen und Sänger, Tänzerinnen und Tänzer, Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Orchestermitglieder mischten sich zu einem bunten Haufen an Beteiligten, unter ihnen auch der musikalische Leiter Stefan Schreiber, der zwar Frack trägt, aber laufend am Dirigieren gehindert wird.
Tatsächlich: Grellfarbig geht es zu in dem Tohuwabohu, das Steier zusammen mit den Ausstatterinnen Barbara Lenartz und Sophia Schneider und, als Kostümbildnerin, Jennifer Mosen entwickelt hat. Kagels Partitur ist eine Spielvorlage, an der sich die Kreativität der ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Peter Hagmann
Sein Entrée ist eigentlich standesgemäß. Wie von Picasso, Doré oder Grandeville illustriert tritt Don Quijote (Richard Šveda) in Manuel de Fallas «Meister Pedros Puppenspiel» aus dem roten Vorhang heraus auf die Bühne der Deutschen Oper am Rhein, spitzbärtig, mit quirlig grauen Haaren unterm Helm, ein Schwert im Gürtel, in (s)ein Buch vertieft. Doch bald schon holt...
An den Ufern der Loire, nachts um halb eins. Als habe ihnen jemand etwas in den Tee getan, irren gallische Frauen und Männer, sämtlich blondbezopft (sind sie gar dem Comic «Asterix und Obelix» entwichen?), in wallenden grünen Gewändern durch den dunklen Zauberwald, hauen einander mit krummen Stöcken aus Holz nach Barbarenart in die Rippen. Es dauert eine Weile, bis...
Gefragt, welcher griechische Künstler des 20. Jahrhunderts einem spontan als «prägend» in Erinnerung sei, werden womöglich nicht wenige ihn als ersten nennen. Und dies aus gleich zwei Gründen: einem musikalischen und einem politischen. Denn wie kaum ein anderer hat Mikis Theodorakis kompositorische Wirksamkeit gesucht (und gefunden) und zugleich als Homo politicus...
