Glücklich ist, wer das vergisst

Vier Opernhäuser – Zürich, Innsbruck, Liège und Braunschweig – unternehmen anlässlich des 200. Geburtstags von Johann Strauß (Sohn) den Versuch, seine «Fledermaus» zum Fliegen zu bringen. Leider vergeblich

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Die Welt, zumindest die in Wien, war aus den Fugen, nach dem weithin hörbaren Börsenkrach 1873, der ein ganzes «Reich», das k. und k. habsburgische, samt seiner Erblande und der vielvölkerstaatlichen Nachbarschaft in eine tiefe Sinnkrise stürzte, nicht nur in ökonomischer Hinsicht.

Diagnostiziert wurde eine heftige, entmutigende Depression, ein veritables Wert-Vakuum (heute würde man vermutlich von einer Dystopie sprechen), eine Art zerknirschte Apokalypse, die sich in Wien, der Stadt des dekorativen Amüsements und einer dekorativen Kunstanschauung, allerdings sogleich ins Fröhliche verkehrte. Nur ein Jahr nach der Entkräftung und dem harten Aufprall vieler Individuen auf die Totalität des Seins kam im Theater an der Wien ein Werk auf die Bühne, das sämtliche Melancholie-Anfälle im Keim erstickte – Johann Strauß’ «Fledermaus». Ein Coup de théâtre war diese Operette aus der Feder von Johann Strauß (Sohn) und seiner Textautoren Karl Haffner und Richard Genée vor allem deswegen, weil sie an der Oberfläche den (nicht einmal künstlich gehobenen) Nonsens zelebrierte, subkutan aber die aus dem Börsenkrach erwachsenen Probleme weiterspann: Sowohl das zänkische Kleinbürgertum, das sein ...

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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Jürgen Otten

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