Glänzend disponiert

Elina Garanca dominiert die konzertanten «Werther»-Aufführungen in Baden-Baden

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Die Enttäuschung darüber, dass der von Stress und Pech verfolgte Rolando Villazón sich nicht in Baden-Baden für die Rolle des Werther würde einfinden können, war groß. Viele Besucher machten Gebrauch von dem Angebot, die Karten zurückzugeben. Sie verpassten so nicht nur eine glänzend disponierte Elina Garanca, deren Charlotte vergessen machte, dass «Werther» die Oper des Tenors ist, sondern sie ließen sich auch die Gelegenheit entgehen, Massenets subtile Nerven- und Seelenkunst in einer orchestral ausgefeilten Wiedergabe zu erleben.


Unter Leitung von Bertrand de Billy zeigte sich das Orchestre de l'Opéra de Lyon glänzend vorbereitet und blendend aufgelegt, feinnervig in der Ausleuchtung zart-intimer Gefühlsszenen wie etwa im «Clair de lune»-Duett, subtil in der Nuancierung der Tempi in den Konversationspassagen, elegant und geschmeidig in der Ausformung instrumental-solistischer Ornamente, voller Emphase in der sogenannten «Désolation» («Un autre! son époux!») wie im Ossianischen Lied («Pourquoi me réveiller?») – eine ideale Verbindung von Eleganz und Glut, die für Massenets feinste Oper charakteristisch ist.
Bitterer als für die Theaterbesucher muss der Ausfall des mexikanischen ...

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Opernwelt August 2009
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Jürgen Kesting

Vergriffen
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