Gespenstersonate

Maxwell Davies: The Lighthouse am Theater Mannheim

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Der Nebel kriecht aus den Poren der Zuschauertribüne über die weitgestreckte Bodenfläche der Alten Schildkrötfabrik, der Ausweichspielstätte des Nationaltheaters Mannheim. In diesen wabernden Schwaden ist alles unheimlich. Regisseurin Rahel Thiel nutzt das meteorologische Element als Hauptrolle, um Peter Maxwell Davies’ Kammeroper «The Lighthouse» über das rätselhafte Geschehen in einem Leuchtturm auf einer abgelegenen schottischen Insel in Szene zu setzen. Der Nebel gebiert Ungeheuer.

Im Prolog vor dem Untersuchungsgericht berichten Offiziere der Ablösungsmannschaft, was sie vorgefunden haben, können aber nicht erklären, wie und warum die Besatzung verschwunden ist. Dann gleiten die Zeugen in die Rollen der Verschwundenen.

In zweiten Teil der Oper («Der Schrei des Biests») erleben wir in einer Rückblende, was geschehen sein könnte. Gegen die Langeweile im isolierten Leuchtturm, im alles umhüllenden Nebel, umspült von der tobenden See, spielen sie Karten und singen sich Lieder vor. Blazes gibt eine Hillbilly-Ballade über die Ermordung einer Frau durch einen jugendlichen Tunichtgut zum Besten.

Der Mord wird dem Vater angehängt, die Mutter tötet sich selbst. Sandys Liebessehnsucht ...

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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Bernd Künzig

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