Gesang der Klangmaschinen

«Cantos de Sirena»: Das Luzerner Theater jubiliert mit einem Gesamtkunstwerk von La Fura dels Baus

Opernwelt - Logo

Auf dem Weg ins Untergeschoss des Schweizerischen Verkehrsmuseums durchquert man eine Halle, die voller  ausrangierter Flugzeuge hängt, Einmotorer, fliegender Kisten aus der Pionierzeit der Luftfahrt. Durch diese Szenerie erwartungsvoll eingestimmt, nimmt man auf einer der beiden Seitentribünen Platz, die die langgestreckte Spielfläche flankieren.

Am Kopfende ein kleines Orchester und davor eine ganze Batterie von Musikmaschinen: Die MIDI-gesteuerten, beweglichen Klangroboter mit ihrem dekorativen Gewirr aus Drähten, Schläuchen, Holz- und Metallteilen werden später zusammen mit den Instrumenten einen angemessen technoiden Sound produzieren. Konstruiert hat sie Roland Olbeter, Geiger, Ingenieur und Mitglied der Theatertruppe La Fura dels Baus. Er schuf auch das Bühnenbild für den Valencia-«Ring».

Der spielerische Einsatz von Bühnen-, Klang- und Lichttechnik prägt das zwischen Multimedia-Performance und Installation oszillierende Musiktheaterstück mit dem Titel «Cantos de Sirena», das das Luzerner Theater zu seinem 175. Geburtstag im Januar per Koproduktion mit der Oper Köln als Uraufführung herausbrachte. Das strapazierte Wort «Regietheater» ist hier einmal ganz am Platz. Geboren aus ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2015
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Max Nyffeler

Weitere Beiträge
Was kommt...

Um Kopf und Kragen
110 Jahre alt ist sie mittlerweile und lässt immer noch die Schleier fallen: Strauss’ «Salome». Auch in diesem Jahr tanzt die Blutrünstige munter durch die Opernlandschaft. Zum Beispiel in Coburg, Detmold und Bonn. Wir haben uns umgesehen.

Kitsch und Kälte
Dmitri Tcherniakov ist bekannt für die Mischung von Abgrund und Oberfläche, den sezierenden...

Bitte nicht zu laut

Herr Kmentt, Sie haben unzählige Schallplatten gemacht, waren aber zugleich eine echte Wiener Ensemblepflanze. War der Schutzraum der Wiener Staatsoper mitverantwortlich für die Dauer Ihrer über 40-jährigen Karriere?
Nein, ich glaube nicht. Jeder muss mit seinen eigenen Problemen kämpfen, ob innerhalb oder außerhalb eines Ensembles. Ich erhielt gleich zu Anfang...

Höhenfieber

Rossinis Tenorpartien galten lange Zeit als beinahe unsingbar: sehr hoch und überaus virtuos, mit einer an Verdi oder Puccini geschulten Stimme kaum oder gar nicht zu realisieren und auch für typische Mozartsänger weitgehend unzugänglich. Zu den spannenden Entwicklungen im Operngesang der letzten Jahrzehnte gehören die vielen ambitionierten Versuche von Tenören wie...