Gesamtkunstwerke
Alles schon einmal dagewesen. Mit Maßanfertigungen für Farinelli haben bereits Vivica Genaux, Philippe Jaroussky oder Bejun Mehta Silberscheiben bestritten. Selbst das Conchita-Wurst-Styling von Cecilia Bartoli, als provokatives Gender-Pendeln gemeint, kennt man aus ihrem Salzburger «Ariodante». Bemerkenswert ist eher: Die Koloraturmaschine tuckert noch immer rund und hochtourig wie ein frisierter Fiat Cinquecento. Man höre dazu nur Porporas «Nell’attendere mio bene» oder sein «Come nave».
Arien, die herrlich heißlaufen, mit teils abstrusen Verzierungen, und die vorführen: Nachdruck und Exaltiertes müssen nicht gleichbedeutend sein mit Lautstärke und Grimasse. Il Giardino Armonico und Giovanni Antonini sind der Bartoli da seelenverwandt.
Mindestens ebenso staunenswert bleiben bei der Römerin die ruhigeren Nummern. Porporas «Vaghi amori» ist ein makelloses, wie versonnenes und doch extrem beherrschtes Nachzeichnen der Linien. Noch bestechender glückt ihr das in Porporas «Alto Giove» mit den weit gespannten Phrasen, der Atemkontrolle und einer emotionalen Tiefe ohne Larmoyanz. Dass die Bartoli die Mezzos als eigentliche Nachfolger der Kastraten begreift, ist sehr zu diskutieren – ...
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Opernwelt März 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Markus Thiel
arte
01.03. – 17.40 Uhr
Maurizio Pollini spielt Beethoven: Klaviersonaten Nr. 31 und 32
Herkulessaal der Münchner Residenz, 2019
01.03. – 23.55 Uhr
Mozart: Thamos, König in Ägypten
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Ein gemeiner Gesell ist dieser Amor. Stiftet überall dort, wohin ihn seine Flügel tragen, komplette Verwirrung, verbandelt Menschen miteinander, die sich zuvor am liebsten die Augen ausgekratzt hätten, sorgt momentweise für erotisches Unbehagen selbst bei soignierten Damen, die ihr Herz doch eigentlich an den Mann ihrer Träume verloren zu haben schienen, und lässt...
Frau d’Oustrac, lieben Sie Wagner?
Natürlich liebe ich ihn, so wie ich auch Brahms, Schumann und Liszt liebe. Vollends habe ich diese faszinierende Welt während meines Gesangsstudiums entdeckt, aber bereits zuvor, an der Musikschule, hatte ich mich theoretisch eingehend mit den Frauenrollen in Wagners Werken auseinandergesetzt.
Eine interessante Beschäftigung für...
