Chapeau!
Ich habe geweint ... und das nicht nur einmal, bei den bewegenden Memoiren von Brigitte Fassbaender. Der Titel hat recht: «Komm’ aus dem Staunen nicht heraus.» Ein Zitat aus dem «Rosenkavalier», mit dem sie als Mezzosopran international berühmt wurde, in ihrer Glanzrolle als Octavian.
Staunen! Auch darüber, dass sie ihre Autobiografie selbst verfasst hat, ohne den üblichen Ghostwriter. Erstaunliche Wahrheiten einer großen Sängerkarriere: so grundehrlich, rigoros und lustig, dass ich ihren Mut bewundere, dies alles auszusprechen.
Und oft musste ich mich fragen: Haben wir Sänger alle die gleiche Lebenslaufbahn? Ich dachte schon, ich lese meine eigene Geschichte: Wir beide verpassten das Abitur, hassten Sport, liebten aber Deutsch, haben Rückgratverkrümmung, wollten aber Sängerin werden. Sind nie dem richtigen Mann begegnet, aber glauben an ein Leben nach dem nächsten Leben. Und doch gibt es einen großen Unterschied: Brigitte Fassbaender wurde die Musik kunstvoll in die Wiege gelegt, während ich mit jedem Ton gegen meine Mutter ankämpfen musste.
Ihr Vater ist ein renommierter Opernsänger, die Mutter eine beliebte Schauspielerin. Ein Haus voller Musik und Kultur, schon früh lernt ...
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Opernwelt März 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Simone Kermes
Le lab
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Ivan Repušić
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