Chapeau!
Ich habe geweint ... und das nicht nur einmal, bei den bewegenden Memoiren von Brigitte Fassbaender. Der Titel hat recht: «Komm’ aus dem Staunen nicht heraus.» Ein Zitat aus dem «Rosenkavalier», mit dem sie als Mezzosopran international berühmt wurde, in ihrer Glanzrolle als Octavian.
Staunen! Auch darüber, dass sie ihre Autobiografie selbst verfasst hat, ohne den üblichen Ghostwriter. Erstaunliche Wahrheiten einer großen Sängerkarriere: so grundehrlich, rigoros und lustig, dass ich ihren Mut bewundere, dies alles auszusprechen.
Und oft musste ich mich fragen: Haben wir Sänger alle die gleiche Lebenslaufbahn? Ich dachte schon, ich lese meine eigene Geschichte: Wir beide verpassten das Abitur, hassten Sport, liebten aber Deutsch, haben Rückgratverkrümmung, wollten aber Sängerin werden. Sind nie dem richtigen Mann begegnet, aber glauben an ein Leben nach dem nächsten Leben. Und doch gibt es einen großen Unterschied: Brigitte Fassbaender wurde die Musik kunstvoll in die Wiege gelegt, während ich mit jedem Ton gegen meine Mutter ankämpfen musste.
Ihr Vater ist ein renommierter Opernsänger, die Mutter eine beliebte Schauspielerin. Ein Haus voller Musik und Kultur, schon früh lernt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Simone Kermes
arte
01.03. – 17.40 Uhr
Maurizio Pollini spielt Beethoven: Klaviersonaten Nr. 31 und 32
Herkulessaal der Münchner Residenz, 2019
01.03. – 23.55 Uhr
Mozart: Thamos, König in Ägypten
La Seine Musicale, 2018, ML: Equilbey, I: Soulard, S: Piau, Martin, Van Mechelen
09.03. – 05.00Uhr
Wagner: Lohengrin
Sächsische Staatsoper Dresden, 2016, ML: Thielemann, I: Mielitz, S:...
Wer in Verdis «Don Carlos» auf der Bühne den Wald von Fontainebleau, das Kloster San Yuste, den Platz vor der Kathedrale in Valladolid, das Zimmer des Königs oder Carlos’ Gefängnis erwartet, sitzt in Roland Schwabs Inszenierung im falschen Film. Der Blick trifft auf die nackten Betonwände eines fahl von kaltem Neonlicht beleuchteten Autotunnels, dessen Fluchtpunkt...
Erich Wolfgang Korngold war 18 Jahre alt, als er mit «Violanta» seine erste ernste Oper abschloss, die 1916 in dichtem Abstand in München und Wien zu ihren ersten Aufführungen kam. Das vielleicht Verblüffendste an einer leider immer noch selten möglichen Begegnung mit dem Werk ist, dass man ihm das überhaupt nicht anmerkt. Dabei gibt es im Text wie in der Musik...
