Genug vom Gefiedel

Salzburger Festspiele, Spätlese: Offenbachs «Orphée aux enfers», Verdis «Simon Boccanegra» und George Enescus «Œdipe»

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Bibelfeste Erzmänner verweisen gerne auf Paulus und dessen Mahnung an das weibliche Geschlecht (im Ersten Korintherbrief, Kapitel 14, Verse 34 und 35). Verkürzt und in heutigem Macho-Jargon würde diese etwa lauten, die Frau solle die Schnauze halten und tun, was der Mann ihr sagt. Eurydice pfeift darauf. Längst hat sie genug vom Gefiedel ihres Ehegespons, also flieht sie zum Hirten Aristée recte Gott Pluton, der sie vermittels des kleinen und anschließend großen Tods, seiner Unterwelt einverleibt.

Mit «Orphée aux enfers» hat der nunmehr 200-jährige Jacques Offenbach die klassische Liebesgeschichte zu einer zeitgenössischen Scheidungsaffäre gewandelt und dadurch die Epoche des Bourgeois vollends auf die Musiktheaterbühne geholt, als Demaskierung von Schwindel und Schwindlern (inklusive Napoleon III. in der Figur des Jupiter), als fröhlich sarkastische Beleidigung des Pathos der Grand Opéra und Zuspitzung in Richtung politischer Satire. Offenbach war giftig gegenüber seinen Zeitgenossen. Und das müsste man auch heute sein, nach Möglichkeit mit scharfem Witz.

In Barrie Koskys Zurichtung im Haus für Mozart kommt der Humor indes eher aus dem – wenn auch hochprofessionell gehandhabten ...

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Opernwelt November 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Gerhard Persché

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