Gentleman-like
Die Reihe der Live-Mitschnitte konzertanter Opernaufführungen mit Colin Davis und dem London Symphony Orchestra geht in die nächste Runde. Nach «Falstaff», «Les Troyens» und «Peter Grimes» liegt nun auch Beethovens «Fidelio» vor. Erstmals jedoch handelt sich um eine SACD-Produktion.
Der Unterschied zwischen dem Stereo- und Surround- Format ist hier so deutlich zu hören wie sonst nur selten. Hört man etwa die Ouvertüre nur Stereo, klingt das Orchester kühl und brillant, die Bläser wirken spitz.
Völlig anders – abgesehen von der erwartbar größeren räumlichen Wirkung – das Ergebnis im 5.1-Modus: Den Hörer erwartet ein warmes, aber auch leicht breiiges, molliges Klangergebnis, mit deutlich mehr Hall und weniger Schärfe. Die Kontrabässe in «Nur mutig fort» dröhnen deutlicher und mit unwiderstehlicher Wucht. Die Vorteile dieser Technik werden vor allem im Quartett des zweiten Aktes «Er sterbe» deutlich – der vom dramatischen Impetus der Aufführung her stärksten Szene dieser Aufnahme. Das Stereo-Klangbild punktet zwar durch größere Brillanz, doch die authentischere Aufführungssituation vermittelt sich, nicht zuletzt dank der klareren, weil breiteren Aufteilung der Stimmen, im ...
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Am Anfang ist Alcinas geheimnisvolles Inselreich – ein virtuelles Gefängnis, durch Stromdrähte gesichert – noch mit Plastikplanen verhüllt, die sich als stilisierte Meereswogen deuten lassen. Dann reißt der liebeskranke Orlando auf der Suche nach Angelica zu seiner «Nel profondo»-Arie die Sperren ein – um in die Fänge der in einem Ganzkörper-Schuppenkleid...
Die Vlaamse Opera hat sich das Ziel nicht nur eines modernen, sondern eines zeitgemäßen «Rings» gesetzt. Und das laut Jahresprogramm gleich in dreierlei Hinsicht. Einmal in der Regie von Ivo van Hove, dann durch das Engagement schlanker, junger Stimmen, schließlich mit einem analytisch-entschlackten Orchesterklang. Zumindest hinsichtlich der ersten beiden Punkte...
Warum Düsseldorfs Opernchef Tobias Richter als letzte Neuproduktion für die räumlich beengte Ausweichspielstätte RheinOperMobil ausgerechnet Charles Gounods «Faust» auf den Spielplan setzte, bleibt auch nach Besichtigung des musikalisch-szenischen Ergebnisses eine offene Frage. Nicht die frühe Dialogfassung von 1859 wird gespielt, sondern die erheblich erweiterte,...
