Gehaltvolles Dessert

Nicola Porporas «Herkules» kommt erstmals seit 298 Jahren wieder auf die Bühne.

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Der Schriftsteller und Musikwissenschaftler Romain Rolland meinte einmal, Händel habe «die große Überlegenheit von Porpora in Bezug auf den großen Stil und dramatische Kraft» genau registriert.

Der Dirigent und Cembalist Ondrej Macek, der vor zwei Jahren in der Wiener Nationalbibliothek die bislang unbekannte Serenade «La morte di Ercole» von Nicola Porpora aus dem Jahr 1711 entdeckte, muss ähnlich gedacht haben: Für das intime Sommer-Musikfest im Schloss des tschechischen Frain an der Thaya schlug er im Händel-Jubiläumsjahr kein Werk des großen Sachsen vor, sondern dieses Kleinod aus Porporas Zeit in Neapel – seiner besten. «Der Tod des Herkules» wurde nun in barocker Gestik in der Regie von Zuzana Vrbová erstmals seit 298 Jahren aufgeführt.
Von 1711 bis 1723 war Porpora «maestro di capella» des hessischen Prinzen Philipp von Hessen Darmstadt, der in einem prächtigen Palast in Neapel residierte und dort auch die Kaiserkrönung Karls VI. mit einem standesgemäßen Fest feierte. Für diesen Anlass gab er bei Porpora eine Serenade in Auftrag: Oper zum Dessert – obwohl das Thema des treulosen Herkules, dem seine Affäre zu Iole einen schmachvollen Tod (mit anschließender Vergötterung) ...

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Opernwelt September/Oktober 2009
Rubrik: Magazin, Seite 90
von Birgit Pauls

Vergriffen
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