«Das Chaos ist aufgebraucht. Es war die beste Zeit»
Die Szenerie war imposant. Die Wiener Philharmoniker füllten in voller Breite die Felsenreitschule, links hoch oben thronte die Schlagwerk-Gruppe auf einem gesonderten Podest. Rechts hing eine riesige Video-Wand mit grauweißer Grundmusterung, darunter war der Chor, die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor, postiert. Links hinten erstreckten sich sechs oder sieben kleine Kabinette, in denen sich mit Beginn der Aktionen stumme Schauspielerinnen betätigten.
Es handelte sich bei ihnen gleichsam um wiedergeborene historische Revolutionärinnen: Louise Michel, Tania Bunke, Deola, eine russische Mutter, eine Turiner Mutter. Während diese sich in den Zimmerchen – arm, aber sauber – emsig mit Kochen, Putzen und natürlich mit den Vorbereitungen für den revolutionären Kampf beschäftigten, filmten Live-Kameras alles minutiös ab, um es auf die große Video-Wand zu projizieren.
Eine Zeitlang war der Zuschauer damit beschäftigt, die sichtbaren Bilder auf ihre Über-
einstimmung zu kontrollieren, die Musik lief fast wie ein Soundtrack ab. Dann aber trat allmählich eine optische Ermüdung ein, und Luigi Nono erhielt das Musikwort: Ingo Metzmacher erwies sich als souveräner Herrscher über die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Im Mozart-Jahr 2006 sprossen Platten mit Musik des Salzburger Genies aus dem medial reichlich befruchteten Boden wie die Pilze nach einem Dauerregen. Mit dem Jahres-
regenten Händel ist es ähnlich, wenn auch nicht ganz so rabiat. Mancher, der mit dem Hallenser Meister bislang nicht so viel am Hut hatte, entdeckt ihn nun für sich. Der Bass-
bariton Ildebrando...
Es ist schon fast eine betriebliche Übung in den Medien unseres Landes: Je näher es auf die Bayreuther Festspiele zugeht, desto niedriger ist die Hürde, die eine Nachricht überspringen muss, um eifrig publiziert zu werden. Da wird schon einmal vermeldet, dass Katharina Wagner privat mit Holz-Pellets heizt. Aber es gab auch Wichtiges wie den ersten Warnstreik der...
Nennen wir sie Rhonda. Rhonda ist achtzig Jahre alt. Die Beine tun es nicht mehr so richtig, deshalb hat sie einen Rollator dabei. Und ihren schwedischen Chaperon. Nennen wir ihn Olof. Olof ist schätzungsweise Mitte fünfzig und organisiert Reisen für vermögende Privatkunden. Kennengelernt haben die beiden sich in – Papua-Neuguinea. Nun kommt Rhonda regelmäßig aus...
