Trio infernale: Paolo Marchini (Seneca), Morgan Pearse (Nero) und Suzanne Jerosme (Octavia); Foto: Innsbrucker Festwochen/Rupert Larl

Geduldsprobe

Keiser: Die römische Unruhe, oder Die edelmütige Octavia Innsbruck | Festwochen

Opernwelt - Logo

Zwei Möglichkeiten bleiben den Schatzgräbern zumeist. Entweder eine Aufführung mit allen Punkten, Kommata und Sechzehnteln, ein möglichst vollständiges Hör- und Seh-Bild also der vergessenen Partitur. Oder ein individuelles, abendgerechtes Zuschneiden. Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik bieten im Falle von Reinhard Keisers «Die römische Unruhe, oder Die edelmütige Octavia» beides.

Den Director’s Cut mit fast allen 60 (!) Nummern und zugleich eine auf 18 Instrumentalisten eingedampfte Besetzung – mehr ließ sich im stimmungsvollen Innenhof der Theologischen Fakultät nicht unterbringen. Inkonsequent? Unüberlegt? Auf jeden Fall provoziert das Projekt nach spätestens zwei Musikspielstunden beim Gros des Publikums (berechtigte) Blicke auf Uhren und Handys. Vergeblich, eine weitere Stunde sollte noch folgen.

Keisers Antikenstück, das er 1705 in seiner Oper am Hamburger Gänsemarkt herausbrachte, führte lange Zeit eine gewissermaßen indirekte Existenz: Georg Friedrich Händel fand die Musik so gut, dass er vieles für Eigenes recycelte. Vor 13 Jahren zeigten die Händel-Festspiele in Karlsruhe die «Octavia». Und auch Innsbruck führt vor, dass eine Befassung lohnend sein kann. Trotz ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2017
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Markus Thiel

Vergriffen
Weitere Beiträge
Aus dem Nähkästchen

Auch die Bewohner von Elfenbeintürmen wollen wissen, was draußen in der Welt geschieht. Und so sei heute aus dem Nähkästchen geplaudert. Wenn die neue Nummer der «Opernwelt» im Briefkasten liegt, schaue ich gleich, was Christopher Gillett in seiner launigen Glosse zu erzählen hat. Und staune, was sich Auftraggeber im Operngeschäft alles herausnehmen. Im Vergleich...

TV-Klassiktipps November 2017

alpha

01.11. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Verdi – Messa da Requiem

Mariss Jansons ist bekannt für seine akribische Kenntnis der Partitur und die tiefe seelische Verbundenheit zu einem Werk, die er unmittelbar an die Musiker weitergeben kann. Zu Ehren des 200. Geburtstags von Giuseppe Verdi hat er 2013 mit dem Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks...

Immer noch unterwegs

Kaum zu glauben: Der Tenor René Kollo wird am 20. November 80 Jahre alt. Bis heute ist er aktiv und im Gespräch. Nicht mehr nur als Sänger, sondern auch als Autor von Büchern (darunter eines über Wagner sowie ein Kriminalroman) und streitbarer Kommentator des sogenannten Regietheaters in Bayreuth und anderswo. Der Operngesang stand zwar im Zentrum seiner Karriere,...