Geburtstagsgrüße aus Garmisch

Sämtliche Klavierlieder von Richard Strauss – in originaler Stimmlage und Tonart

Opernwelt - Logo

Die Macht der Annalistik: Zum 150. Geburtsjubiläum präsentiert Brigitte Fassbaender in Kooperation mit dem Richard Straus Institut in Garmisch-Partenkirchen eine Edition sämtlicher Klavierlieder. Aufgeboten sind drei Soprane, zwei Mezzosoprane, fünf Tenöre, zwei Baritone, ein Bass und fünf Pianisten. Fassbaender selbst ist als eindringliche Rezitatorin zweier Melodramen beteiligt. Mehr als zehn Stunden Musik wurden im November vergangenen Jahres in Garmisch eingespielt! 179 Lieder, dazu die Melodramen «Enoch Arden» (Alfred Lord Tennyson) und «Das Schloss am Meere» (Ludwig Uhland).

Alles in chronologischer Anordnung. Der Schnellschreiber Richard Strauss gestand einmal ein, dass ihm etliche Lieder keineswegs zugeflogen sind: «Es geht dann langsam, es wird gekünstelt, die Melodie fließt zäh, die ganze Technik muss herhalten, um etwas vor der gestrengen Selbstkritik Bestehendes zustande zu bringen.» Die Selbstkritik war wohl des Öfteren anästhesiert, insbesondere bei der Auswahl der Texte: Ob es nun um die altväterliche und lavendelduftende Poesie eines Felix Dahn ging, die preziös-anachronistischen Minnelieder eines Julius Bierbaum oder die gereimten Unverbindlichkeiten Richard ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Jürgen Kesting

Weitere Beiträge
Nachtstück

 

Es ist nicht so schlimm wie beim «Troubadour». Aber auch Verdis «Simon Boccanegra» erfordert einige Übersicht. Dass Liebe, Intrigen und Missverständnisse in ferner Vergangenheit wurzeln, wird den Figuren zum Verhängnis: Alle schauen wehmütig bis wütend zurück, anstatt sich um die Gestaltung der eigenen und der politischen Zukunft zu kümmern. Ganz besonders heikel...

Schreiben, treiben

Eine Frau betrügt ihren Mann mit einem Jüngling. Ihr Mann gibt ihr das Herz des Jünglings zu ­essen, woraufhin sie sich umbringt. Eine klassische Dreieckskonstellation mit blutigem Ausgang. Eine ­Geschichte, die erzählt werden will. Und in George Benjamins «Written on Skin» (siehe OW 9-10/2012) wird sie erzählt – vordergründig linear. Doch Martin Crimp spielt in...

Mustergültig

Kurz vor der Uraufführung seines «Wölfli-Liederbuchs» meldete sich Wolfgang Rihm mit einer Bitte an die Interpreten zu Wort: Die sieben Stücke sollten «in dynamische Extreme» geführt werden; «wenn dasteht fffpppfff, ist das physische Zuckung ... Ich stelle mir das Ganze vor: karg und glühend, eisig heiß, winterlich ohne Naturbild». Was der damals (1981) 29-Jährige...