Fundsachen
Virginia Zeani (* 1925), deren Karriere über drei Jahrzehnte währte, gehörte zu den großen Primadonnen der Callas-Ära, blieb bei uns aber lange Zeit unbekannt. Im ersten Jahrzehnt ihrer Karriere war sie auf die Belcanto-Rollen Donizettis, Bellinis und Rossinis spezialisiert, daneben als Gilda und insbesondere Traviata erfolgreich. In den 60er-Jahren entwickelte sie sich allmählich zum lyrisch-dramatischen Zwischenfach-Sopran mit dem Schwerpunkt Puccini und Verismo, sang aber auch Rollen wie Elsa und Senta.
Zwei Recitals produzierte Decca in den 1950ern mit dem aufstrebenden Star, die in Deutschland nie auf dem Markt waren (ein paar wenige Titel ausgenommen). Obwohl die Sängerin erst in der Folgezeit ihren Zenit erreichte, gab die Firma ihr keine Gelegenheit mehr, in einer Gesamtaufnahme mitzuwirken, was damit zusammenhängen könnte, dass sie unterdessen Joan Sutherland als exklusiven Star angeheuert hatte. Wie im Falle von Magda Olivero und Leyla Gencer basiert der Nachruhm Zeanis auf zahlreichen Live-Aufnahmen, die in der Piraten-Ära Kult waren (und heute offiziell erhältlich sind).
Gerade die Konkurrentin Joan Sutherland und ihr Gatte Richard Bonynge sprachen ihr das höchste Lob ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Ekkehard Pluta
Offenbach? So denkt man unwillkürlich, wenn man sieht, wie sich im Straßburger Haus der Opéra national du Rhin zwei Herren vom Schnürboden in den Raum abseilen, der hier die Erde vorstellt. Der eine trägt Frack, Zylinder und Lackschuhe. Und: Drückt sich das Hinüberblinzeln zu Maître Jacques nicht auch darin aus, dass der bessere Herr in den besten Jahren sich in...
Wann sind Sie Ariadne zum ersten Mal begegnet?
2014, in meinem letzten Jahr an der Opernakademie Kopenhagen. Ich habe einige Nummern für die Abschlussprüfung und in einem Konzert gesungen.
War das damals eine Wunschpartie?
Ich kannte «Ariadne auf Naxos» gar nicht, habe bei Null angefangen, bin an der Hochschule jeden Takt mit meiner Lehrerin Susanna Eken...
Dunkel soll es klingen, das Eisentor, das sich zu Beginn des vierten Aktes schließt. Verlauf und Zeitwerte dieses Sounds sind genau notiert, bis auf den letzten Akzent einer (sonst stummen) Quintole. Fortschreitend in Tontrauben zwischen dreifachem piano und forte. Dann mischt sich Gemurmel einer Menschenmenge in die rund um das Auditorium des Genter Opernhauses...
