Fundsachen
Virginia Zeani (* 1925), deren Karriere über drei Jahrzehnte währte, gehörte zu den großen Primadonnen der Callas-Ära, blieb bei uns aber lange Zeit unbekannt. Im ersten Jahrzehnt ihrer Karriere war sie auf die Belcanto-Rollen Donizettis, Bellinis und Rossinis spezialisiert, daneben als Gilda und insbesondere Traviata erfolgreich. In den 60er-Jahren entwickelte sie sich allmählich zum lyrisch-dramatischen Zwischenfach-Sopran mit dem Schwerpunkt Puccini und Verismo, sang aber auch Rollen wie Elsa und Senta.
Zwei Recitals produzierte Decca in den 1950ern mit dem aufstrebenden Star, die in Deutschland nie auf dem Markt waren (ein paar wenige Titel ausgenommen). Obwohl die Sängerin erst in der Folgezeit ihren Zenit erreichte, gab die Firma ihr keine Gelegenheit mehr, in einer Gesamtaufnahme mitzuwirken, was damit zusammenhängen könnte, dass sie unterdessen Joan Sutherland als exklusiven Star angeheuert hatte. Wie im Falle von Magda Olivero und Leyla Gencer basiert der Nachruhm Zeanis auf zahlreichen Live-Aufnahmen, die in der Piraten-Ära Kult waren (und heute offiziell erhältlich sind).
Gerade die Konkurrentin Joan Sutherland und ihr Gatte Richard Bonynge sprachen ihr das höchste Lob ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Ekkehard Pluta
Opern von Ottorino Respighi schafften es in Nordamerika selten auf den Spielplan. Die Metropolitan Opera etwa stellte ein einziges Werk vor: «La campana sommersa»– in der Saison 1928/29. Die letzte szenische Produktion in New York riskierte die Gotham Opera vor zwölf Jahren: «La bella dormenta nel bosco». Nun konnte man «La campana sommersa» dank der New York City...
Prozession einmal anders. Die weibliche Hofgesellschaft trägt beim feierlichen Einzug in die Wartburg den Hidschab; die Ritter an ihrer Seite halten sich an den Koran. Der iranische Regisseur und Theaterautor Amir Reza Koohestani, der in Darmstadt mit Wagners «Tannhäuser» seine erste Oper inszenierte, verlegt den Sängerwettstreit um das wahre Wesen der Liebe vom...
Gleich mit dem ersten Konzert in der neuen Residenz hat Laurence Equilbey klargestellt, wohin es ihr kaum fünf Jahre altes Insula Orchestra zieht: zur Musik der «génération Goethe». Und: zu einer multimedialen Aufführungskultur, die das Repertoire zwischen 1750 und 1850 mit Technik des 21. Jahrhunderts zu vermitteln sucht. Während Stanislas de Barbeyrac zur ersten...
