Beschränkt

Respighi: La campana sommersa
New York | Lincoln Center

Opernwelt - Logo

Opern von Ottorino Respighi schafften es in Nordamerika selten auf den Spielplan. Die Metropolitan Opera etwa stellte ein einziges Werk vor: «La campana sommersa»– in der Saison 1928/29. Die letzte szenische Produktion in New York riskierte die Gotham Opera vor zwölf Jahren: «La bella dormenta nel bosco».

Nun konnte man «La campana sommersa» dank der New York City Opera im kleinen Rose Theater am Lincoln Center erneut begutachten – in einer schönen, fantasiesprühenden Koproduktion mit dem Teatro Lirico in Cagliari (mit einigen aus Italien «importierten» Musikern und neuer Besetzung). Und am Ende verstehen, warum das 1927 in Hamburg (mit Gunnar Graarud, Sabine Kalter und Rudolf Bockelmann) uraufgeführte Werk – es basiert auf dem Märchendrama «Die versunkene Glocke» von Gerhart Hauptmann – nie im Repertoire Fuß fasste: Das überlange Libretto ist weitschweifig und absurd, der durchweg gut, oft plastisch instrumentierten Musik mangelt es an eingängigen Melodien. Mitunter klingen Debussy und Ravel durch. Gleichwohl entwickelt das Ganze einen faszinierenden Sog.

Auch weil der Bühnenbildner Juan Guillermo Nova es verstand, dem schmalen Raum durch geschickt gestaffelte Videobilder Tiefe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 52
von David Shengold

Weitere Beiträge
Personalien | Meldungen Juni 2017

JUBILARE

Mark Elder wurde 1947 im englischen Hexham geboren. Er studierte Musik in Cambridge und trat als Dirigent international erstmals 1972 an der Oper von Sydney in Erscheinung. 1974 kehrte er nach England zurück und dirigierte von da an regelmäßig an der English National Opera, deren Musikdirektor er von 1979-93 war. Seinen künstlerischen Durchbruch bescherte...

Wiedergeburt

Am 3. Dezember 2003, als noch der universell gebildete Gioacchino Lanza Tomasi Regent des Teatro San Carlo in Neapel war, wurde die Premiere von Klaus Michael Grübers und Anselm Kiefers «Elektra» einhellig gefeiert. Im Jahr darauf erhielt sie den begehrten Abbiati-Preis des Verbandes italienischer Musikkritiker. Auch die Wiederaufnahmen an Venedigs La Fenice und...

Klingende Fantastik

Alberto Ginastera, der international prominenteste Komponist Argentiniens im vergangenen Jahrhundert, war zu vielseitig, um als vermeintlich «typischer» südamerikanischer Tonsetzer mit dem klischeegerechten Aroma des rhythmisch-folkloristisch inspirierten Temperamentsmusikers wahrgenommen werden zu können. Dieser Façon entspricht am ehesten seine frühe...