Für alle und für keinen
Für Menschen, die sich in Schülervorstellungen von «Zauberflöte» oder «Carmen» fragten, was das Gesinge auf der Bühne eigentlich soll, und die als Erwachsene die gesellschaftliche Verpflichtung spüren, es mit der Oper doch noch mal zu versuchen – für die ist Ingo Metzmachers Buch «Vorhang auf. Oper entdecken und erleben» wahrscheinlich richtig. Nicht, weil Metzmacher sich gemeinsam mit dem Leser wundern würde, warum Oper so merkwürdig ist – im Gegenteil.
Der Dirigent verwandelt die eigene intuitive Begeisterung in einen intuitiven Stil, der das Publikum ins szenisch-musikalische Erleben hineinsaugen soll. Niemand wird mit Informationen zur Werkentstehung oder Rezeptionsgeschichte belästigt. Wer schnell liest und es nicht so genau nimmt, für den kann die Lektüre zum (Nach-)Erlebnis spannender Musiktheaterplots werden. Metzmacher schreibt, als gehe es nur darum, die Oper von Klischees zu befreien: Für ihn ist sie etwas Schlankes, Brisantes, Modernes (obwohl viel altes deutsches Repertoire vorgestellt wird, von «Don Giovanni» über «Elektra» bis zu den «Bassariden»), die Komponisten der präsentierten Werke sind noch nicht alle tot und die Werke selbst teilweise noch gar nicht fertig ...
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