Musikalische Sternstunde
Gewisse Worte, sagt uns der Volksmund, seien wie Zahnpasta: einmal draußen, bringt man sie nicht mehr in die Tube zurück. Das musste auch der neue Direktor des Wiener Burgtheaters Matthias Hartmann erfahren, als er seine Antrittspressekonferenz mit dem markigen Ausspruch: «Sie wollen das Beste. Sie verdienen das Beste. Sie kriegen das Beste» befeuern wollte. Prompt fiel ihm der Satz auf den Kopf. Denn die Eröffnungspremiere mit beiden Teilen von Goethes «Faust» erfüllte die Erwartungen nicht, und auch in der Folge gab es manch Zwiespältiges.
Nun hatte Staatsoperndirektor Ioan Holender den Kollegen vom Burgring zu sich geladen, damit dieser sich an Dmitri Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» versuche. Natürlich wollte und verdiente man auch an der Staatsoper das Beste, aber das lieferten bei «Lady Macbeth» nicht Hartmann und sein Regieteam, sondern Angela Denoke als mitreißende Titelheldin und der Dirigent Ingo Metzmacher.
Die Inszenierung verharrt im elegant Konventionellen. Sie baut auf klare, kühle Räume: Zwei auch als Filmleinwand fungierende Wände begrenzen eine kahle Spielfläche (Bühnenbild: Volker Hintermeier), auf der die Aktionen der triebgesteuerten Protagonis-
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Bis heute ist Verdis «Simon Boccanegra» ein Stück für Kenner geblieben. Wunschkonzertmelodien wird man hier vergeblich suchen, dafür aber mit einer im Werk des Komponisten beispiellosen Kompromisslosigkeit konfrontiert. Erreicht hat Verdi sein Ziel erst im zweiten Anlauf, als er die erfolglose Oper 1881, 24 Jahre nach ihrer Uraufführung, mit der dramaturgischen...
Schon bei seinem Amtsantritt im Januar konnte man es hören: Ungewohnt fein und transparent klang da Richard Strauss’ gigantisch instrumentierte «Elektra»-Partitur, schlank und beweglich präsentierte sich das Orchester. Unverkennbar stand da ein Mann im Graben, der sehr präzise Vorstellungen vom Klang seines Orchesters hatte – und diese auch umzusetzen wusste....
Herr Pappano, Sie proben gerade in Rom. Da spreche ich Sie am besten mit Ihrem neuen Titel an: Signor Commendatore dell’Ordine al merito della Repubblica Italiana...
(schallendes Gelächter)
Wie, das finden Sie komisch? Klingt doch gut...
Na ja, wenn ich ehrlich bin: Irgendwie gefällt mir das auch.
Der Titel ist noch ziemlich frisch, Sie haben ihn im Dezember 2008...
