Frühlingserwachen
Im Osten Schären, die sich ins Meer neigen. Im Westen Steilklippen, in denen Vögel brüten. Dazwischen Grasdächer und knallbunte Holzhäuser. Die Faröer im Nordatlantik, auf halbem Weg zwischen Norwegen und Island, haben alle dieselbe topografische Signatur. Achtzehn Inseln sind es, baumlos, geprägt von bizarren Formationen aus Vulkangestein. Siebzehn davon sind bewohnt. Insgesamt fünfzigtausend Menschen leben dort. Sie sprechen Färingisch, was am ehesten dem Norwegischen verwandt ist. Sie haben ein eigenes Parlament und eine eigene Fahne.
Offiziell gehören sie als Selbstverwaltungsgebiet zu Dänemark, aber sie wissen natürlich, dass sie eine eigene, andere Welt sind, da oben. Im Sommer klettert das Thermometer selten über zwölf Grad. Im Winter kann es leicht vorkommen, dass Flugzeuge nicht landen können, weil der Nebel zu dicht in den Fjorden hängt. Berüchtigt sind die Inseln nicht nur für ihr Wetter, sondern auch für ihre Walfang-Politik. Jetzt will man den Tourismus ankurbeln und wirbt mit Dingen, nach denen gestresste Städter aus dem Süden lechzen: Luft, Licht, Einsamkeit. Bislang ist die Wirtschaft auf den Faröern zu mehr als neunzig Prozent vom Meer abhängig und damit schwer ...
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Dass in der Opera seria am Ende noch alles im gleichsam industriell gefertigten «lieto fine» zum Guten gewendet werden muss, ja, das kennt man. Aber mit so einem marginalen barocken Tanzschnipsel, wie er Reinhard Keisers «Arsinoë» abschließt, rechnet dann doch keiner. Konvention erfüllt, Oper spielbar, scheint uns der Komponist zuzuraunen. «Was’n das für’n...
Halle macht sich, Halle schmückt sich. Anlässlich ihres 1200-jährigen Bestehens scheut die Stadt an der Saale kaum Anstrengungen, um in den Blick der Öffentlichkeit zu gelangen, zumal in kultureller Hinsicht. Hochkarätige Ausstellungen hat es in diesem Jahr bereits gegeben, eine Einladung zum Berliner Theatertreffen für eine Inszenierung des «neuen theaters», dazu...
Tan Dun, am 21. Dezember kommt an der Metropolitan Opera in New York Ihre neue Oper, «The First Emperor», heraus. Sie haben dieses Werk im Auftrag der Met geschrieben. Wie kam es zu diesem Auftrag?
Ich glaube, dass ich die Entscheidung der Met, bei mir eine Oper zu bestellen, nicht zuletzt «Opernwelt» zu verdanken habe. «Marco Polo», meine erste Arbeit für die...
