Frühes und Spätes
Hans Werner Henze ist einer der bedeutendsten und vielseitigsten Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – nicht nur im Bereich des Musiktheaters. Doch das Œuvre der Bühnenwerke ist selbst zu seinem 80. Geburtstag nicht gerade üppig auf CD oder DVD verfügbar. Immerhin gibt es nach wie vor «The English Cat» und «Pollicino» (Wergo), die Neufassung des «Prinzen von Homburg» (Bayerische Staatsoper 1992) auf DVD (Arthaus) sowie die Salzburger Uraufführungsmitschnitte der «Bassariden» (1966) (Orfeo) auf CD und «L’Upupa» (2003) (EuroArts) auf DVD.
Alles andere, etwa ein Querschnitt der «Elegie für junge Liebende» von 1961 oder die Gesamtaufnahme von «Der junge Lord» (1968, beides DG) ist längst nicht mehr lieferbar, liegt in Rundfunkarchiven oder wurde nie aufgezeichnet.
Doch Wergo – Henzes Verlag Schott angeschlossen – präsentiert nun wichtige Frühwerke wie die beiden Rundfunkopern in Neufassungen der neunziger Jahre und mit «Aristaeus» ein halbstündiges «dramma in musica per voce recitante e orchestra» neuesten Datums. «Das Wundertheater», Henzes 1948 komponierter Erstling für das Musiktheater nach einem Intermezzo von Cervantes, liegt in der Version für Sänger von 1964 ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein eitler Pultstar war er nie. Aber ein Könner ersten Ranges, der das Eisen mit expressiver Intensität schmiedete und neben dem beinahe kompletten klassischen und slawischen Repertoire Ur- und Erstaufführungen von Dessau, Berg, Schönberg, Udo Zimmermann und vielen anderen Zeitgenossen dirigierte, die der Dresdner Staatsoper in schwieriger Zeit bedeutungsvolle...
Noch stehen ein paar Bauzäune um Santiago Calatravas «Palau des les Arts Reina Sofía» in Valencia. An Maschengittern hängen große Plakate, darauf ein Mädel im Biedermeier-Kostüm, energisch die Arme ausbreitend: «Shhhh ... comienza la ópera». Also doch. Vor einem Jahr, bei der «offiziellen Eröffnung» mit einem Galakonzert, konnte bloß ein kurzer Blick in jene...
Es ist ein Kreuz mit schlechten Libretti. Sie können ganze Opern, aller musikalischen Qualitäten ungeachtet, in die Vergessenheit stoßen, und können umgekehrt – ihrer mäßigen, um nicht zu sagen schlechten literarischen und stofflichen Verarbeitung zum Trotz – manchen Meisterwerken einfach nichts anhaben. Das Textbuch zu Verdis «Trovatore» ist gewiss der letzteren...
