Freude beim Publikum, Tristesse im Rathaus
Man muss noch mal daran erinnern: Als Uwe-Eric Laufenberg ins Intendantenzimmer der Oper Köln einzog, übernahm er ein heruntergewirtschaftetes, baufälliges, künstlerisch profilloses Haus. Dass er in kürzester Zeit und unter den Bedingungen zweier Umbauspielzeiten nicht nur das Kölner Publikum zurückgewonnen, sondern auch den überregionalen Ruf des Hauses wiederhergestellt hat, grenzt an ein Wunder.
In der vergangenen Spielzeit wurden fünfzehn Neuproduktionen an acht Spielstätten gestemmt, von der Barockoper über die Operette bis zur Stockhausen-Uraufführung – ein solches Angebot braucht keinen Vergleich zu scheuen. Lange vermisste Sänger kehrten auf die Kölner Bühne zurück, gleichzeitig wird ein Ensemble aufgebaut – Signale planvoller Umsicht. Umso erstaunlicher ist das kulturpolitische Gezänk, das diese Arbeit in den letzten Wochen begleitet hat.
Es geht dabei natürlich ums Geld, genauer: um ein Defizit im Etat der Bühnen, das angeblich die Oper zu verantworten hat. Zum öffentlichen Skandalon wurde die Angelegenheit aber erst durch die Berichterstattung der Kölner Lokalzeitungen («Stadt-Anzeiger», «Rundschau», «Express»), die alle im selben Verlag (Dumont) erscheinen. Intendant ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Ingo Dorfmüller
An Eleganz übertrifft es alle anderen. Es ist das schönste Opernhaus, das in den letzten Jahren gebaut wurde. Es steht im chinesischen Qingdao, früher unter dem Namen Tsingtau bekannt, eine Stadt mit deutscher Prägung aus der Kaiserzeit. Deutsche Architekten haben es entworfen: Die Pläne lieferte das Büro von Gerkan, Marg und Partner (gmp) aus Hamburg.
Opernhäuser...
Neu ist die Idee nicht, im Rahmen eines Albums den musikalischen Wechselbeziehungen zwischen Orient und Okzident nachzugehen. Das Barockorchester Concerto Köln und das auf musikalische Grenzgänge spezialisierte Ensemble Sarband um Vladimir Ivanoff etwa brachten 2003 eine viel beachtete CD mit dem Titel «Dream of the Orient» heraus, die diesem Konzept verpflichtet...
Die erste Episode der großen Gala zur Wiedereröffnung des sanierten Bolschoi Theaters ließ Regisseur Dmitri Tcherniakov im Hier und Heute spielen. Kein Ton aus dem Orchester, kein Mucks aus den Kehlen der Sängerprominenz, stattdessen der Lärm von Baumaschinen und das Getrappel von rund hundert «Bauarbeitern». Erst als die plötzlich den Slawsja-Chor aus Glinkas «Ein...
