Frauenbilder

Alban Bergs «Lulu», inszeniert von Peter Stein in Lyon und bei den Maifestspielen in Wiesbaden

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Das schöne, wilde Tier reizt unablässig Theater und Regisseure. Direkt nach Calixto Bieitos exzessiver Strip- und Seelenorgie in Basel folgten zwei weitere Inszenierungen: an der Opéra de Lyon und am Staatstheater Wiesbaden, wo «Lulu» anspruchsvoll die Maifestspiele eröffnete.
Im Vergleich der Aufführungen könnte man sagen: Mit Bergs «Lulu», die natürlich auch Frank Wedekinds «Lulu» ist, lässt sich viel anstellen. Die Dame ist biegsam und wandlungsfähig.

Wenn allerdings ein Regisseur wie Bieito fast ausschließlich seine sexuellen Fantasien auf das Werk projiziert, dann fallen dafür andere Aspekte, inhaltlicher und vor allem formaler Art, einfach unter den Tisch. Wie sehr Opernregie manche Werke mit extravaganten Interpretationen nicht weitet, sondern perspektivisch oft bis zur Einfalt verengt, das konnte man im Umkehrschluss in Lyon erfahren. Für Peter Stein, der mit «Lulu» das halbe Dutzend seiner Inszenierungen für dieses Haus füllte, ist ein theatralisches Kunstwerk, sei es Schauspiel oder Oper, kein Steinbruch für private Obsessionen. Stein ist einer der wenigen Regisseure, die vor allem dem jeweiligen Autor vertrauen. Gerade bei der dreiaktigen «Lulu»-Fassung erweist sich sein ...

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Opernwelt Juni 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Gerhard Rohde

Vergriffen
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