Feuerwerk und Kanonendonner
Mit dem Alten Garten besetzen die Schlossfestspiele Schwerin den städtebaulich und emotional vielleicht bedeutendsten Ort in Mecklenburg-Vorpommern. Eingerahmt von Staatstheater, Staatlichem Museum, Schloss, See und, am Horizont so nah, den Wäldern ist die städtische Szenerie hier unmittelbar und aufs Glücklichste von Natur durchdrungen.
Wenn, wie bei der besuchten Aufführung, der Abend auch noch warm, windstill und wolkenlos, sprich: vollkommen ist, wenn die ockergelbe französische Märchenfassade des Schlosses das Tageslicht noch lange nach Sonnenuntergang festzuhalten scheint, dann hat das Prinzip von Open-Air-Aufführungen aufs Schönste funktioniert: Die Besucher sind vom Umfeld so beeindruckt, dass es fast egal ist, was auf der Bühne gespielt wird – ein Erlebnis ist auf jeden Fall garantiert.
Trotzdem gibt sich Regisseur Peter Lotschak bei «La forza del destino», der achten Verdi-Aufführung seit Gründung der Festspiele 1993, alle Mühe, visuell noch eins draufzusetzen. Die mächtige Freitreppe des Museums wurde als wichtigstes Element in die Aufführung integriert und mit weiteren Kulissen, mit Säulen und schiefen Ebenen, ergänzt. Das Museum selbst dient – nahe liegend – als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Kreis des ersten Jahres hat sich geschlossen. Kölns neuer Opern-Intendant Uwe Eric Laufenberg hat nach der ersten nun auch die letzte Saison-Premiere selbst in Szene gesetzt, auf die «Meistersinger» (vgl. OW 10/2009) folgte nun «Don Giovanni».
Zu hohe Maßstäbe sollte man allerdings nicht anlegen, schließlich gilt es zu bedenken, auf welch bescheidenem Level das...
C-Dur gilt als die Neutrale zwischen den Tonartenkreisen, als jene Skala, die keine bestimmte emotionelle Haltung einnimmt, sondern eher äußerlichen Glanz verkündet. Bei Mozart wirkt sie oft auch wie die Decke, die beschönigend über häusliche Unordnung geworfen wird, wenn Besuch kommt. Etwa im Finale von «Così fan tutte», da die verstörten Paare sich mühen, den...
Eine chinesische Reisbäuerin träumt davon, eines Tages den Kaiser, der das Reich mit brutaler Gewalt beherrscht, öffentlich zu beschämen, indem sie ihn mit Asche überschüttet. Sie setzt, ungeachtet der Proteste ihres Mannes, diesen Traum in die Tat um. Das einzig brennbare Material, das sich in ihrem elenden Haushalt finden lässt, ist ein Buch. Sie besteigt einen...
