Kent Nagano; Foto: picture-alliance
Fernziel Bayreuth
Reinhard Goebel, einer der seriösesten und experimentierfreudigsten Alte-Musik-Pioniere aus Deutschland, hat einmal von einem Kammermusikkurs in Salzburg berichtet, bei dem er in die Runde fragte, ob sich jemand dezidiert mit den Hintergründen der gespielten Musik beschäftigt habe. Worauf eine französische Streicherin abwimmelte: Vorworte lese sie prinzipiell nicht, das sei doch nur musikwissenschaftliches Blabla.
Durchaus möglich, dass die meisten Wagner-Dirigenten genauso denken. Zu diesem Club der historisch Uninformierten aber will Kent Nagano auf keinen Fall gehören.
Im Gegenteil: Wenn er, wie jetzt, Wagners «Ring» ins Visier nimmt, begnügt sich Nagano (bzw. sein Stab) nicht mit der Lektüre der einschlägigen aufführungspraktischen Forschungen. Er will sie diesmal auch in klingende Realität umsetzen! Und das hat, man glaubt es kaum, bislang noch niemand gewagt.
Zwar gab es schon Versuche, Orchesterklang und Sängerideal der Wagnerzeit nahe zu kommen – man denke an die Einspielung der «Holländer»-Erstfassung durch Bruno Weil und die Cappella Coloniensis (2005) oder an die konzertanten Aufführungen des «Parsifal» mit Thomas Hengelbrock und dem tief gestimmten ...
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alpha
01.11. – 20.15 Uhr
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