Federnde Eleganz
Im Zuge des Massenet-Revivals, dessen Anfänge der Enkel des Komponisten, Pierre Bessand-Massenet, in seinem Buch über den Großvater in den USA der 1970er-Jahre verortet, hat besonders ein Werk zunehmend an Bekanntheit gewonnen: die Märchen-
oper «Cendrillon», die 1899 an der Pariser Opéra Comique uraufgeführt wurde.
Spätestens seit ihrer Wiederaufnahme beim kanadischen Festival Ottawa im Jahre 1979 hat sich diese zarte, bezaubernde Oper auf den internationalen Spielplänen eine Nische zurückerobern können, Anfang dieses Jahres kehrte sie auch wieder an ihren Uraufführungsort Paris zurück. In einer Produktion von Laurent Pelly, die 2006 in Santa Fe herauskam, ist sie nun erstmals an Covent Garden auf die Opernbühne gelangt.
Sowohl sein Talent zum Pastiche (hier der französischen Musik des 17. Jahrhunderts) als auch seine meisterliche Beherrschung des berührend-effektvollen Sentiments erweisen Massenet bei der musikalischen Behandlung des Stoffes beste Dienste. Und doch beinhaltet die Vorlage einen Schönheitsfehler. Nach zwei Akten ungetrübter Unterhaltung stürzt der dritte Akt – eine vom Librettisten Henri Cain vorgenommene inhaltliche Ergänzung zum Plot – das Aschenbrödel in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Panorama, Seite 68
von
Wagners vierteiliges Bühnenfestspiel «Der Ring des Nibelungen» ist längst kein Privileg der großen Häuser mehr. Warum das so ist, erklärt der Lübecker Opernchef Roman Brogli Sacher ganz unbefangen so: «Als Dirigent bin ich glücklich, einmal im Leben diesen Zyklus gemacht zu haben.» Seine Kollegen denken ebenso, sagen es vielleicht nicht so offen. Eine Aufführung...
Als Ludwig XIV. ab 1661 ein altes Jagdschloss seines Vaters in eher sumpfig-fiebrigem Gelände zur Residenz ausbauen ließ, hatte das zwei Gründe. Er wollte, fern von Paris, den aufständischen Adel domestizieren, den er an den neuen Hof band. Und er wollte sich eine Kulisse seiner Herrschaft schaffen, die seinen Ruhm inszenieren, spiegeln, steigern und vor allem...
Messiaen und Mozart, Srnka und Krétakör – das macht: zwei große Premieren, zwei neue Kammeropern. Dazu, in fünf Festspielwochen, zwölf Werke des Repertoires, einschließlich der Neuproduktionen der Saison, Ballett, Konzerte, Liedrecitals, «Oper für alle», Jugendprogramme, die kunstintellektuellen Zugaben mit Film- und Medienkunst, Ausstellungen, Lectures. Das größte...
