Aus der Zeit gefallen

Manfred Gurlitts «Nana» und Hermann Wolfgang von Waltershausens «Oberst Chabert» erstmals auf CD

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Zweimal Aufstieg und Fall eines Straßenmädchens, eines «leichten», wie man so sagt. Zwei französische Vorlagen. Zwei deutsche Opern. Zwei Komponisten derselben Generation. Zwei Ausgrabungen, die jetzt zu Recht auf CD erscheinen. Die Frage nach der sogenannten Repertoiretauglichkeit ist müßig und kann gleich mit Nein beantwortet werden.

Weder Waltershausens «Oberst Chabert» – zentral in der Reihe vergessener Stücke, die Kisten Harms an der Deutschen Oper Berlin angesetzt hat – noch Gurlitts «Nana», die (ebenfalls 2010) in Erfurt ihre erst dritte Premiere erlebte, werden jemals zum Alltag unserer Spielpläne gehören. Dennoch war es wichtig, beide Stücke auf die Bühne zu holen und durch Live-Mitschnitte zu dokumentieren.

Wen wundert’s, dass «Oberst Chabert» einmal ein Reißer war und zwischen der Uraufführung 1912 und 1933 über hundert (!) Inszenierungen erlebte? Die Oper ist relativ leicht zu besetzen (keine wirklich dramatische Stimme, kein Chor), sie handelt mit Kitsch, Pathos, Raffinesse und tiefem Ernst gleichermaßen. Und sie lebt von einem Sujet, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf offene Ohren stoßen musste: Ein Oberst der (hier: napoleonischen) Armee wird nach der ...

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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 50
von Stephan Mösch

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