Esels Freuden

Britten: A Midsummer Night’s Dream
Wien | Staatsoper

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Etwas Auffälliges übersehen? Dazu fällt uns Luciano Pavarotti ein, der in einer Talkshow mal vom schönsten Kompliment erzählte, das er je erhalten habe: In London habe ein Mann ihn auf der Straße ungewollt angerempelt und sich mit den Worten entschuldigt: «Sorry, I didn't see you ...» Zwar wirkt die Anekdote, angewandt auf die Spielplanpolitik der Wiener Opernbühnen, wie an den Haaren herbeigezogen. Doch im übertragenen Sinne und als Bild wäre sie durchaus adäquat, denn auch bei den Programmkonzeptionen scheint der kooperativen Aufmerksamkeit manch Gewichtiges zu entgehen.

Also kommt es bei neuen Produktionen immer wieder zu terminlichen Intimbeziehungen – wie nun bei Brittens «A Midsummer Night’s Dream», denn das Stück wurde in Wien innerhalb von eineinhalb Jahren zweimal neu inszeniert: im April 2018 am Theater an der Wien, nun im Haus am Opernring.

Immerhin ermöglicht dies Vergleiche. So dürften jene Besucher, die sich im Vorjahr am TadW von Damiano Michielettos Seelentherapie überrumpelt fühlten, nun erleichtert gewesen sein. Hatte der Italiener die Handlung als Traum(a) des Waisenkindes Puck in einem englischen Internat angelegt, so zielt Irina Brook im Einheitsbühnenbild, ...

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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhard Persché

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