Es werde Licht
Die Verbindung computergesteuerter Sounds mit Lichteffekten ist in der kommerzialisierten Technoszene gang und gäbe. Die klassische Konzertsituation, selbst der neuesten Musik, hält sich von solch grenzüberschreitender Wahrnehmung fern. Nicht körperbefreiende Ekstase oder gar Trance, sondern rationale Versenkung ins Kunstwerk ist ihr Ziel.
Der österreichische Komponist Georg Friedrich Haas und die Künstlerin rosalie haben in ihrem «Konzert für Licht und Orchester» mit dem Titel «Hyperion», das zum Abschluss der diesjährigen «Donaueschinger Musiktage» uraufgeführt wurde, einen kühnen Versuch unternommen, Avantgardemusik und moderne Lichtinstallation, Klänge und Farben, unabhängig voneinander und doch aufeinander bezogen zusammenzubringen.
Haas’ Partitur enthält neben den Instrumentalstimmen des in vier Gruppen geteilten Orchesters eine obligate Lichtstimme, die einerseits solistisch führt, andererseits den streng geregelten Ablauf des vierzigminütigen Werks wie ein Metronom bestimmt. In der Donaueschinger Baar-Sporthalle waren die vier Orchestergruppen – massiv besetzte Streicher, drei Klaviere, Holz- und Blechbläser – einander gegenüber an den Seiten platziert, die Halle ...
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