Erst geköpft, dann gehangen

Donizetti: Maria de Rudenz am Stadttheater Gießen

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Diese Frau ist nicht totzukriegen: Auf den doppelten Mord an Maria de Rudenz folgt in Donizettis gleichnamiger Oper ihre zweifache Auf -erstehung: Zuerst verschmachtet Maria in den römischen Katakomben und taucht als Rachefurie wieder auf, dann wird sie von ihrem Ex-Geliebten erdolcht, kehrt aber quicklebendig zurück, um ihre Rivalin niederzumetzeln und um schließlich ein drittes Mal zu sterben.

Bei der Uraufführung 1838 in Venedig war das dem Publikum wohl eine blutrünstige Wendung zu viel. Die Oper fiel durch.

Donizetti, der das Bühnendrama in einer seiner schwierigsten Lebensphasen, nach dem Tod von Frau und Tochter, fertigstellte, brachte selbst nur wenig Enthusiasmus für das Werk auf und fürchtete sogar, vom Publikum dafür «massakriert» zu werden. Am Stadttheater Gießen erlebte die geschmähte Belcanto-Oper nun ihre deutsche Erstaufführung und eine erstaunliche Ehrenrettung.

Der Regisseur Hinrich Horstkotte und Bühnenbildner Siegfried E. Mayer zeigen das Werk als romantische Schaueroper. Durch das halbrunde Fenster einer düsteren Schenke erkennt man schemenhaft eine schroffe Bergkulisse. Vom Gruselschloss mit Ahnengalerie bis zur Bibliothek samt Totenschädel lässt die ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Panorama, Seite 64
von Silvia Adler

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