Erst ein kleiner Papageno...
Das Teatro Olimpico in Rom, eine Vorstellung von Mozarts «Zauberflöte». Mehrere hundert Sechs- bis Dreizehnjährige haben sich eingefunden, und sie machen mit: Sie stimmen in Papagenos Arien ein, sie singen fast die komplette Partie der Drei Knaben und alle Chorpassagen. Am Ende bejubeln sie ihren jungen Dirigenten Salvatore Percacciolo wie einen Popstar – ein italienisches Opernwunder, allen Horrormeldungen über kulturelle Kahlschläge zum Trotz. Opera Domani heißt die Intiative, die das möglich macht, «Oper für morgen».
Sie wurde vor fünfzehn Jahren im norditalienischen Städtchen Como ins Leben gerufen. «Wir wollten ein musikalisches Angebot für Kinder und Jugendliche schaffen, das der jungen Generation die Oper nahe bringt», erzählt Barbara Minghetti, die Initiatorin von Opera Domani und Präsidentin der Associazione Lirica e Concertistica Italiana (AsLiCo). «So etwas gab es damals in Italien noch überhaupt nicht. Unser Ziel war dabei von Anfang an, die Kinder direkt in die Aufführungen einzubeziehen – sie zu Protagonisten zu machen». Der Plan scheint aufzugehen: Inzwischen werden im Rahmen der Initiative weit über 100 Vorstellungen pro Jahr realisiert, mehr als 100 000 Kinder und ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Magazin, Seite 102
von Sabine Radermacher
Box-wer? Ich starre angestrengt auf die Daten meiner nächsten Reise und warte darauf, dass aus den Untiefen meines Gedächtnisses irgendetwas auftaucht – unbemerkt erworbenes Randwissen vielleicht, man darf ja hoffen. Vergebens. Auch der Gang in die Bibliotheken fördert wenig zutage. Boxberg, Christian Ludwig, 1670-1729, Verfasser einer Oper mit dem Titel...
Über den Inhalt des Buches, das die Dame mit der aufgetürmten Allongeperücke dem nackten jungen Mann zu lesen gibt, darf spekuliert werden. Noch kehrt der Jüngling ihr den Rücken zu, doch lässt das nächste Bild mit dem verrutschten Mieder der Dame allerlei vermuten. Bevor nun die Fantasie mit uns durchgeht, sei vermerkt, dass es sich um im Stile des barocken...
Mit Sängerbiografien ist es so eine Sache. Zumal, wenn die beglückten Hauptpersonen noch unter uns weilen und munter auf dem hart umkämpften Stimmenmarkt mitmischen. Wer viel zu verlieren hat, neigt zur Verschwiegenheit. Wer viel zu gewinnen hofft, zur Aufschneiderei. Erfahrungen und Ereignisse, Fabeln und Fakten werden allenfalls gefiltert ausgereicht. Auf dass...
