Erfrischend originell

Fesselnd: Frano Paraćs «Judita», dirigiert von Ivan Repušić

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Mag ihre biblische Authentizität auch in Frage stehen: Zum Kanon des Alten Testaments wird Judith allemal gezählt. Sie kann sogar als populärste weibliche Gestalt der Heiligen Schrift gelten. Die Frau, die ihr Volk von den Assyrern befreite, indem sie deren Heerführer Holofernes enthauptete, hat nämlich eine erstaunliche Zweitkarriere in der Kunstgeschichte vorzuweisen.

Von Caravaggio und Botticelli über den älteren Lucas Cranach bis hin zu Franz von Stuck und Gustav Klimt huldigten der mörderischen Schönen namhafte Herren; ein noch besser nachvollziehbares Gelüst verspürten Malerinnen wie Artemisia Gentileschi oder Giulia Lama, die das Genre um besonders barocke, also makabre Tafeln bereicherten. Auch haben sich mindestens 50 Komponisten an dem Sujet versucht, darunter Vivaldi und Mozart.

Die kroatische «Judita», geschrieben von Frano Parać, muss keine Konkurrenz fürchten. Seit der Uraufführung im Jahre 2000, die auch auf DVD festgehalten wurde, erfreut sich das archaisch bebende Werk daheim anhaltender Beliebtheit. Es ist ihm zuzutrauen, Ivan Zajc’ «Nikola Šubić Zrinjski» und Jakov Gotovac’ «Ero s onoga svijeta», die kroatischen Klassiker, früher oder später aus dem Repertoire ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Medien, Seite 42
von Volker Tarnow

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