Jenseits des Biedermeier
Unterschiedlicher hätten sie nicht sein können. Ihre einzige Gemeinsamkeit war der Erfolg. Otto Nicolai wuchs in Königsberg unter prekären Verhältnissen auf. Der Vater prügelte ihn und trennte sich früh von der Mutter, für deren psychisches Leiden er ebenfalls verantwortlich war. Das Kind wuchs bei Pflegeeltern auf. Vater und Mutter traten später nur noch in Erscheinung, um Almosen abzukassieren; der Komponist und Gründer der Wiener Philharmoniker unterstützte sie finanziell bis zu seinem Lebensende.
Welcher Kontrast zu Friedrich von Flotow, dem Spross einer mecklenburgischen Familie, deren Vorfahren sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Er bekam eine standesgemäße Ausbildung, der Vater schickte ihn zum Studium nach Paris. Dort unterrichtete ihn eine Koryphäe von europäischem Rang: Antonín Reicha, Jugendfreund Beethovens, Nachfolger Méhuls am Conservatoire und Autor mehrerer Standardwerke zu Kompositionstechnik und Harmonielehre. Dank seiner Pflegeltern kam aber auch Otto Nicolai voran; er fand in Berlin die Unterstützung Karl Friedrich Zelters, wurde Organist in Rom und ein leidenschaftlicher Wortführer des Belcanto. Die Grundsteine seiner Erfolge waren, wie im ...
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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Medien, Seite 44
von Volker Tarnow
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Donizetti, L’elisir d’amore: 10., 22.
- Loewe, My Fair Lady: 11., 23.
- Mozart, Die Zauberflöte: 18., 25., 31.
Altenburg/Gera Theater Altenburg Gera
https://theater-altenburg-gera.de
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Ambroise Thomas (1811–1896) hielt es mit der Weltliteratur. Seine beiden einstigen Erfolgsopern «Mignon» (1866) und «Hamlet» (1868), denen man inzwischen auf der Bühne kaum mehr begegnet, wagten sich an Goethe und Shakespeare. Aber bereits für die 1857 an der Pariser Opéra-Comique uraufgeführte «Psyché» plünderten die Librettisten Jules Barbier und Michel Carré das...
Diese redaktionelle Eingebung ist Legende: «Prima, eine Donna am Pult», lautete 2002 die Überschrift zu einem Porträt der US-amerikanischen Dirigentin Marin Alsop in der «Süddeutschen Zeitung». Alsop war in jenem Jahr zur Chefdirigentin des Bournemouth Symphony Orchestra ernannt worden und damit eine der ersten (von wenigen) Frauen in führender Position. Seither...
