Entspannte Lektionen
Der verspannte Klang infolge forcierten Singens ist eine unerfreuliche Erscheinung, der man im Opern- und Konzertalltag immer wieder und immer häufiger begegnet. Viele Sänger, falsch angeleitet oder sich selbst überschätzend, versuchen stimmlich mehr zu geben, als sie haben, mit dem Resultat, dass sie nur die Mühsal des Singens, nicht aber die Musik zum Ausdruck bringen.
An systematischen Bemühungen verantwortungsvoller Pädagogen, diesem Übelstand abzuhelfen, ist kein Mangel.
Neuartig und beachtenswert erscheint mir die Methode, die der bulgarische Tenor, Pädagoge und Stimmphysiologe Peter Gougaloff, langjähriges Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin – noch im Rentenalter ein beeindruckender Radames! – entwickelt und an seine Schüler weitergegeben hat. Die Sopranistin Verena Rein, die sich in den letzten Jahren mit ausgefallenen und anspruchsvollen Liedprogrammen einen Namen gemacht hat, baut auf dieser Methode auf und hat jetzt den insgesamt gelungenen Versuch unternommen, sie in Form eines Filmfeatures einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Auf einen kurzen Begriff gebracht, geht es dabei um die sogenannte «Zungentechnik». Entgegen der tradierten Lehrmeinung, dass die ...
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Das letzte Opern-Tabu hat einen Namen: David Marton. An der Treue zum Notentext nämlich, an der Form der Werke, hat selbst die vom sogenannten Regietheater revolutionierte Oper bislang nicht gerüttelt. Marton schon.
Selbst bei der Länge der Werke tendiert die Gegenwart, die zugleich szenisch immer stärker dekonstruiert, zu gesteigerter Nibelungentreue zum Original....
Den Geburtsfehler haben schon anlässlich der Uraufführung 1981 an der Deutschen Oper Berlin hellsichtige Kritiker wie Joachim Kaiser beschrieben: «Zur Oper fehlt es ... an Gestalten, fehlt ihr die Handlung, Gedichte, Zitate, Figuren, Überraschungen, Haltungen». Das empfindet man heute noch genauso. «Aus Deutschland», Mauricio Kagels Versuch über die deutsche...
Ein paar Tage vor dem Probenbeginn in München war sie spazieren. Unweit von Zürich, in der Nähe ihres Hauses, wo sie noch einmal den Kopf freibekommen wollte für die nächsten Wochen. Da durchfuhr sie ein merkwürdiges, ein überraschendes Gefühl: «Was ist denn das?», habe sie sich gedacht. «Auf einmal freue ich mich richtig auf die ‹Traviata›.» Und irgendwie, so...
