English Summer
Im Hintergrund die grasigen Kämme des Peak Districts, in der Talsohle das Flüsschen Wye – seine pittoreske Lage in den Midlands macht den alten Kurort Buxton zur idealen Festival-Location. Schon 1903, als Heilbaden in Mode war und das Kurgeschäft blühte, errichtete man im Stadtzentrum voller Optimismus sogar ein kleines Opernhaus. Längst spielen die Spas keine Rolle mehr. Doch die Market Town hat es geschafft, sich neu zu erfinden – und das 1979 gegründete Buxton Festival hat einen nicht gering zu schätzenden Anteil an der Renaissance des Örtchens.
Das Festival deckt ein breites Spektrum von Musik und Literatur ab, doch die Oper gehört zum Kerngeschäft – tatsächlich kommen, zählt man die Gastspiele mit, mehr Titel auf die Bühne als bei den vergleichbaren englischen Veranstaltern.
Eigenproduktionen gab es diesmal drei: Beethovens «Leonore», Händels «Tamerlano» und Bellinis «I Capuleti e i Montecchi». Während die Bemühungen um die Erstfassung des «Fidelio» und das Barockstück eher angestrengt wirkten, muss sich die Bellini-Inszenierung nicht verstecken. Harry Fehrs Regie auf Yannis Thavoris’ Bühne – das Haus der Capulets ist mit Stacheldraht umzäunt, die Clans sind verfeindete ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 90
von George Hall
Berlioz, szenisch? Gab es in Moskau lange nicht. Im Bolschoi Theater dirigierte Alexander Vedernikov 2002 «La Damnation de Faust» – konzertant. Überdies fehlten ihm damals, wie er selbst befand, zwei Wochen Probezeit. Der aktuelle Generalmusikdirektor, Tugan Sokhiev, führte im April dieses Jahres in einem Galakonzert Berlioz’ Requiem auf, wobei zwar der Chor des...
Es sollte die letzte Festivalsaison des langjährigen Intendanten sein. Seit 1982 hatte Raymond Duffaut die Chorégies d’Orange geleitet, viele Sternstunden im antiken Amphitheater sind ihm zu verdanken. Doch sein Abschied kam früher als erwartet: Als der rechtsextreme Oberbürgermeister von Orange vor einigen Monaten seine Stellvertreterin als Vorsitzende des...
In «Idomeneo», seiner vielleicht radikalsten, jedenfalls vor innovativer Musik geradezu berstenden Oper, zeigt Mozart das Psychodrama eines traumatisierten Kriegsheimkehrers und träumt zugleich eine Aufklärungsutopie. Auf der Rückfahrt vom trojanischen Krieg gerät Idomeneo in einen Sturm und gelobt Neptun, denjenigen zu opfern, der ihm als Erster nach der...
