Einspruch

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Seit es Regie im modernen Sinn gibt, seit etwa hundert Jahren also, wird sie angefeindet. Der Vorwurf ist im Grunde immer derselbe: zu eigenmächtig, zu weit weg von der Musik. Schon Max Reinhardt bekam das zu hören, so wie später Wieland Wagner oder Ruth Berghaus. Die gegenwärtige Debatte reiht sich da jedoch nicht einfach ein. Sie wird von offenen Geistern geführt, die wissen, wie sehr die Lebendigkeit des Musiktheaters von der Szene abhängt.

Es geht nicht darum, was Regie darf, sondern was sie kann. Jede Oper ist ein überaus komplexes ästhetisches Gefüge.

Viele Inszenierungen nehmen das kaum wahr. Es fehlt an Wissen und Können gleichermaßen. Was sich provokant geriert, ist oft nichts als Verlegenheit oder die Flucht in private Obsession. Eine Flucht vor den eigentlichen Herausforderungen.

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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 48
von

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