Einspruch
Seit es Regie im modernen Sinn gibt, seit etwa hundert Jahren also, wird sie angefeindet. Der Vorwurf ist im Grunde immer derselbe: zu eigenmächtig, zu weit weg von der Musik. Schon Max Reinhardt bekam das zu hören, so wie später Wieland Wagner oder Ruth Berghaus. Die gegenwärtige Debatte reiht sich da jedoch nicht einfach ein. Sie wird von offenen Geistern geführt, die wissen, wie sehr die Lebendigkeit des Musiktheaters von der Szene abhängt.
Es geht nicht darum, was Regie darf, sondern was sie kann. Jede Oper ist ein überaus komplexes ästhetisches Gefüge.
Viele Inszenierungen nehmen das kaum wahr. Es fehlt an Wissen und Können gleichermaßen. Was sich provokant geriert, ist oft nichts als Verlegenheit oder die Flucht in private Obsession. Eine Flucht vor den eigentlichen Herausforderungen.
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 48
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Mieczyslaw Weinberg war einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Dennoch blieb er überall heimatlos. Durch seine Musik dokumentierte er den Genozid der europäischen Juden. Aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg hatte seine Musik keine Chance. Bis sie jetzt von den Bregenzer Festspielen wiederentdeckt wurde.
Im Zentrum des Weinberg-Programms stand die szenische...
Herr Bermbach, Ihr Band über die Wagner-Rezeption in Deutschland bildet den Abschluss einer Trilogie. War das von Anfang an so geplant?
Meine erste Buch-Veröffentlichung zu Wagner war 1994 ein Taschenbuch: «Der Wahn des Gesamtkunstwerks». Entstanden ist es während eines Freisemesters innerhalb von drei Monaten. Nach dessen Abschluss war mir schnell klar geworden,...
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