Eingetaucht
Viel Platz ist nicht im Graben des Hallenser Opernhauses. Und hier Wagner? Ja, denn dieser «Ring» ist eine Herzensangelegenheit von Karl-Heinz Steffens, Chefdirigent sowohl in Halle als auch in Ludwigshafen. Dass auch hier Großes entstehen kann, will Steffens zeigen. Und er löst sein Versprechen ein. Der Klang dieser «Walküre» ist von wundersamer Präsenz. Auf zwei Ebenen sitzen die Musiker im Graben, die Harfen stehen im Rang.
Folge für den Hörer: ein regelrechtes Eintauchen in den Klang, in die reichen Orchesterfarben, den festen und silbrigen Zug der Streicher, den warmen Bläserton. Steffens dirigiert die Staatskapelle mit zupackender Dramatik, die auch in den großen Dialogen die Zeit nicht zerdehnt. Den Solisten gibt er viel Raum, sich musikalisch zu entfalten.
Thomas Mohr als Siegmund trägt die Lorbeeren davon. Ein Riesenbaby in zerschlissener Armeekleidung, das nicht bis ins Letzte durchschaut, was sein Gottvater ausgebrütet hat, das aber eines weiß: Es liebt Sieglinde und kündet davon mit Tönen, die vulkanisch herausgeschleudert werden (was manchmal auf Kosten der Intonation geht). Seine Sieglinde, Carola Höhn, hat es dagegen schwer. Klein und zerbrechlich wirkt sie ein ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Udo Badelt
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Als Koproduktion der Opernhäuser in Novosibirsk und Paris ist eine Inszenierung von Verdis «Macbeth» entstanden, die einen Meilenstein in der Rezeptionsgeschichte des Werkes darstellt. Der Regisseur Dmitri Tcherniakov und der Dirigent Teodor Currentzis, die nicht zum ersten Mal zusammenarbeiteten, haben auf der gemeinsamen Suche nach Verdis Wahrheit tief geschürft...
Längst haben Countertenöre die Kreise der Alten und Neuen Musik verlassen und begonnen, sich auch das dazwischen liegende Repertoire anzueignen. Jochen Kowalski war einer der Ersten, der Liederabende mit einem klassisch-romantischen Programm riskierte – und Gehör fand. Philippe Jaroussky gelang 2009 eine kleine Sensation mit seinem wahrhaft berauschenden Album...
