Eingetaucht

Halle | Wagner: Die Walküre

Opernwelt - Logo

Viel Platz ist nicht im Graben des Hallenser Opernhauses. Und hier Wagner? Ja, denn dieser «Ring» ist eine Herzensangelegenheit von Karl-Heinz Steffens, Chefdirigent sowohl in Halle als auch in Ludwigshafen. Dass auch hier Großes entstehen kann, will Steffens zeigen. Und er löst sein Versprechen ein. Der Klang dieser «Walküre» ist von wundersamer Präsenz. Auf zwei Ebenen sitzen die Musiker im Graben, die Harfen stehen im Rang.

Folge für den Hörer: ein regelrechtes Eintauchen in den Klang, in die reichen Orchesterfarben, den festen und silbrigen Zug der Streicher, den warmen Bläserton. Steffens dirigiert die Staatskapelle mit zupackender Dramatik, die auch in den großen Dialogen die Zeit nicht zerdehnt. Den Solisten gibt er viel Raum, sich musikalisch zu entfalten.

Thomas Mohr als Siegmund trägt die Lorbeeren davon. Ein Riesenbaby in zerschlissener Armeekleidung, das nicht bis ins Letzte durchschaut, was sein Gottvater ausgebrütet hat, das aber eines weiß: Es liebt Sieglinde und kündet davon mit Tönen, die vulkanisch herausgeschleudert werden (was manchmal auf Kosten der Intonation geht). Seine Sieglinde, Carola Höhn, hat es dagegen schwer. Klein und zerbrechlich wirkt sie ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Udo Badelt

Weitere Beiträge
Mehr als eine Sängeroper

Wer ist die Hauptperson in Giacomo Meyerbeers 1865 an der Pariser Opéra posthum aufgeführter Oper: Vasco da Gama, der portugiesische Eroberer und Entdecker des Seewegs nach Indien, oder seine von ihm verlassene farbige Geliebte Sélika? Auf diese für das Verständnis des Werkes entscheidende Frage geben die textlichen und musikalischen Quellen keine eindeutige...

Drei Ansichten

Am 18. Februar 2012 wird es zehn Jahre her sein, dass sich auf der Bühne der Met eine «Audrey Hepburn mit Stimme» vorstellte: die damals 31-jährige Anna Netrebko in der Rolle der Natascha in Sergej Prokofjews «Krieg und Frieden». Zur Vorfeier dieses «Jubiläums» präsentiert sich die schöne Russin, inzwischen unter den Berühmten die Berühmteste, mit einem Album «Live...

Gefühlte Klangbilder

Könnte von Eichendorff sein: Ein Graf lebt in einem einsamen Schloss und ist mit der Geisterwelt im Bunde. Doch dann schlägt Byron durch: Manfred leidet selbstmordtrunken schreckliche innere Qualen, hervorgerufen durch die heftige Liebe zu seiner Schwester Astarte. Vergebung ist unerreichbar, Tod sein einziges Verlangen – Erlösung, Notwendigkeit und Konsequenz in...