Tiefen und Untiefen bei Verdi

«Macbeth», «La traviata» und «Il trovatore» heute und gestern: Mitschnitte aus Paris, Salzburg, Wien und Ludwigsburg

Opernwelt - Logo

Als Koproduktion der Opernhäuser in Novosibirsk und Paris ist eine Inszenierung von Verdis «Macbeth» entstanden, die einen Meilenstein in der Rezeptionsgeschichte des Werkes darstellt. Der Regisseur Dmitri Tcherniakov und der Dirigent Teodor Currentzis, die nicht zum ersten Mal zusammenarbeiteten, haben auf der gemeinsamen Suche nach Verdis Wahrheit tief geschürft und sind dabei fündig geworden.



Dabei hatte Tcherniakov nach eigenem Bekenntnis zunächst keinen Zugang zu dem Werk, das ihm von Gerard Mortier angetragen wurde, und ist ihm erst durch monatelanges Hinterfragen auf den Grund gekommen. Die Ergebnisse seiner Überlegungen sind überraschend und lassen das Stück in neuem Licht erscheinen. Der Regisseur, der auch sein eigener Bühnen- und Kostümbildner ist, schafft auf der Szene einen geografisch wie historisch abstrakten Raum. Eine künstliche Kleinstadt wird zum Mikrokosmos, die Gemeinschaft ihrer Bewohner ersetzt die mythischen Hexen, und die Eheleute Macbeth sind Menschen wie du und ich, die beinahe unwillentlich in die Spirale von Gier und Gewalt geraten und darin schließlich seelisch und mental zugrunde gehen.

Diese Konzeption setzt Tcherniakov mit unangreifbarer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | DVDs, Seite 31
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
Schlaglichter

Mehr und mehr gehen die großen Opernhäuser dazu über, ausgewählte Neuinszenierungen durch Symposien zu vertiefen. Solche Begegnungen zwischen Wissenschaft und Praxis sind nützlich, auch wenn sie oft nur geringes Publikumsinteresse finden. Ob freilich die dort präsentierten Referate hinterher auch in Buchform dokumentiert werden müssen, darf angesichts dreier...

So nah war uns Violetta nie

Auch eine Gesellschaftsdame kann einsam sein. Und umgekehrt: Manche Einsame träumt sich ihre Gesellschaft zusammen – und eine Liebesgeschichte dazu. In Hannover gibt Violetta Valéry keine turbulenten Feste, nascht nicht von der Idylle des Landlebens und kehrt auch nicht in die Pariser Demimonde zurück. Hier ist sie allein zu Haus und wird es bleiben. Dafür sorgt...

Apropos ... Heldenbariton: Michael Volle

Ist das eine neue Lebensphase: Michael Volle als Heldenbariton?
Vor einiger Zeit habe ich zu meiner Managerin gesagt: Ich will, bevor ich aufhöre, in ferner, ferner Zukunft also, auch noch einmal einen Papageno singen. Ich möchte mich also nicht von irgendwelchen Fächern verabschieden.

Kann man den Wotan erst ab einem bestimmten Alter singen?
Die Partie erfordert...