Eine singuläre Größe

Buch des Monats: Joanna Sendłaks Buch über Grażyna Bacewicz gewährt neue und tiefe Einblicke in die private Welt der polnischen Ausnahmekomponistin

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Dass sie zu den bedeutendsten Komponisten Polens zählt, haben ihre Landsleute nie in Frage gestellt. Grażyna Bacewicz verkehrte als Gleiche unter Gleichen; alle namhaften Dirigenten von Grzegorz Fitelberg bis Witold Rowicki haben ihre Werke aufgeführt, Witold Lutosławski und ihr Lehrer Kazimierz Sikorski, beide eminente Symphoniker, schätzten Bacewiczs Instrumentalwerke ungemein.

Es existiert umfangreiche polnische Primär- und Sekundärliteratur, darunter Małgorzata Gąsiorowskas 500-seitige Werkbiographie aus dem Jahre 1999, die in einer englischsprachigen Zusammenfassung unter «Musik und Gender im Internet» einsehbar ist. Allerdings gibt Bacewicz für die aktuelle Genderforschung wenig her; an ihrer singulären Größe scheitert jede feministische Musiktheorie. Unter der angelsächsischen Literatur dürfte «Grażyna Bacewicz. Chamber and Orchestral Music» von Adrian Thomas der substantiellste Beitrag sein. Sehr wertvoll ist Grażyna Biels 2001 in einem Aachener Verlag auf 440 Seiten veröffentlichtes «Thematische Werkverzeichnis». Daneben finden sich auch zwei, drei deutschsprachige Essays. In einem lexikalischen Komponistinnen-Buch jüngeren Datums kann, wer will, einen Text über sie lesen, ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 41
von Volker Tarnow

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