Eine Oper vom «Mozart Wirtembergs»

Frieder Bernius erinnert an Johann Rudolf Zumsteegs Singspiel «Die Geisterinsel»

Opernwelt - Logo

Frieder Bernius, der Gründer und Leiter des «Festivals Stuttgart Barock», der  schon öfter Dresdner und Stuttgarter Archivschätze hob, ist wieder einmal fündig geworden – mit dem 1798 in Stuttgart uraufgeführten Singspiel «Die Zauberinsel» des damaligen württembergischen Hofkapellmeisters Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802). Man kennt den «Mozarts Wirtembergs», wie ihn ein enthusiasmierter Zeitgenosse titulierte, heute nur noch als Vorläufer Schuberts und Loewes, die als Balladenkomponisten in seiner Schuld stehen.

Zumsteeg ist aber auch als Opernkomponist hervorgetreten, hat sich allerdings erst spät, dann aber umso entschiedener vom Ideal des in Stuttgart gepflegten italienischen Seria-Stils des langjährigen Hofkapellmeisters Niccolò Jommelli abgewandt. Stattdessen setzte Zumsteeg in den 1790er-Jahren die Opern Mozarts in Stuttgart durch.

«Die Zauberflöte» ist denn auch unüberhörbar das Vorbild von Zumsteegs Singspiel. Schon das Libretto des Gothaer Dichters Friedrich Wilhelm Gotter, der durch seine (von Benda vertonten) Melodramen Theatergeschichte schrieb, segelt im Fahrwasser der Wiener Zauber­oper. Der 1797 in Schillers Zeitschrift «Die Horen» veröffentlichte Text besitzt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2010
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Uwe Schweikert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Schmerzlich

Diese Hölle stinkt nicht nach Schwefel. Höchstens nach Kabelbrand, ein bisschen auch nach abgestandenem Dramaturgenschweiß. Und sie beherbergt keine quälgeistigen Teufelchen, sondern Männer in T-Shirts, die mit Tafeln «Applaus!» befehlen, auf dass die Studiogäste von «Hercool TV», besonders der fitnessgestählte Namensgeber, gebührend bejubelt werden. Bei Euripides...

«Glücklichsein und tiefe Einsamkeit»

Anders als Bach, Mozart oder Beethoven hat Schumann mit seinen Biografen wenig Glück gehabt. Das letzte, zum Schumann-Jahr 2006 erschienene Buch von Martin Demmler («Ich hab’ im Traum geweinet») war gar ein intellektueller und sprachlicher Offenbarungseid – ein Text, der weder dem Menschen noch dem Musiker Schumann gerecht wird (statt die Restbestände dieses Opus...

Warum das alles

Mit einer neuen Oper, die sich ausdrücklich an ein jugendliches Publikum wendet, und einer selten gespielten Barockoper zieht die Vlaamse Opera derzeit überregionales Interesse auf sich. Doch beide Produktionen gerieten problematisch.

Die Inhaltsangabe zu «The Rage of Life» liest sich hochdramatisch: Im Mittelpunkt der Oper steht der 18-jährige Leif, der in eine...