Eine kleine Revolution

Thomas Hengelbrock dirigiert in Baden-Baden die Urfassung von Mascagnis «Cavalleria rusticana»

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Das Lob des Auferstandenen erstrahlt in A-Dur. Schließlich ist A-Dur in der Musik oft die Tonart für das Hell-Glänzende, mit Tendenz zum Edlen. «Geeignet für den Jubel und die Fröhlichkeit – das Große und Herrliche haben auch darin Raum», befindet Jean-Philippe Rameau im «Traité de l’harmonie», und ein gutes Jahrhundert später wird Wagners Lohengrin aus einem A-Dur-Reich in diese Welt hinübergleiten. So hielt es auch Pietro Mascagni, als er in seiner «Cavalleria rusticana» Santuzza, gefolgt vom Chor, die Hymne zum Ostersonntag anstimmen ließ.

Wie der völlig unbekannte Jungkomponist ohnehin viel von musiktheatralen Wirkungen verstand – so viel, dass er mit seinem Einakter nicht nur den frisch ins Leben gerufenen Wettbewerb des Musikverlegers Sonzogno gewann, sondern mit der Uraufführung 1890 am römischen Teatro Costanzi auch die Herzen des Publikums eroberte. 

Umso erstaunlicher, dass der Osterjubel bei den Herbstfestspielen in Baden-Baden nun erstmals in A-Dur zu hören war, statt im gleichfalls freudigen, aber gewöhnlicheren G-Dur. Bei der Vorbereitung der konzertanten Aufführung mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Orchester war der Dirigent Thomas Hengelbrock über die zahlreichen ...

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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Michael Stallknecht

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