«Ein wunderbarer Dirigent für Sänger»
Köln, 18. Mai 1957. Eröffnungsfestakt am Offenbachplatz für das neue Opernhaus. Otto Ackermann, Kölns damaliger GMD, dirigiert Beethovens dritte Leonoren-Overtüre, bevor – nach einigen Reden – Webers «Oberon» aufgeführt wird, mit der kurzfristig eingesprungenen Leonie Rysanek als Rezia.
Die Jahre des provisorischen Spielorts in der Aula der alten Universität waren passé. Das neu errichtete, von Wilhelm Riphahn entworfene moderne Opernhaus verlangte nach frischem Glanz. Und so hatte man für die Eröffnungswochen gleich dick aufgetragen.
Maria Callas samt der vollzähligen mobilen Mailänder Scala gab Gastspiele mit «Sonnambula» und Verdis «Forza». Für den Juli hatte man die deutsche Erstaufführung von Poulencs «Dialogues des Carmélites» angesetzt, und noch Ende Mai sollte eine Oper von Wolfgang Fortner uraufgeführt werden: «Bluthochzeit» nach einer Textvorlage von Federico Garcia Lorca. Doch Otto Ackermann, kein großer Förderer zeitgenössischer Musik, lehnte ab, worauf sich sein Erster Kapellmeister, Wolfgang von der Nahmer, Hoffnungen auf einen Einsatz zu machen begann, denen jedoch Fortner entschieden entgegentrat. Er beharrte auf Günter Wand, der sich zum damaligen Zeitpunkt fast ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Rossini war einer der ersten bedeutenden Komponisten, die den englischen Dichter Sir Walter Scott, der für die europäische Romantik eine Leitfigur war, für die Opernbühne entdeckten. Scotts Verserzählung «The Lady of the Lake» (1810) bildet die Grundlage von «La donna del lago», die im September 1819 in Neapel ihre erfolgreiche Uraufführung erlebte und sich mehr...
Der Ausgangspunkt war Gertrude Stein. Eigentlich wollte Pascal Dusapin eine Kammeroper über «Doctor Faustus lights the Lights» schreiben. Doch dann platzte Robert Wilson mit einem Stein-Faust-Projekt in die Vorarbeiten. So blieben die Skizzen unerledigt liegen. Die Figur ließ den Komponisten allerdings nicht mehr los.
Einen Auftrag der Berliner Staatsoper in der...
Bevor das Musical seinen kommerziellen Siegeszug antrat, war die beliebteste und einträglichste Form des Musiktheaters zweifellos die Operette. Freilich lockte das Genre – was gern übersehen wird – nicht bloß an der schönen blauen Donau. Während die Österreicher der k. u. k.-Monarchie ihre Sträuße feierten und Paris sich über den beißenden Witz des deutschen...
