Ein wenig üppig
Schuberts drei große Liederzyklen hat Andrè Schuen bisher aufgenommen; die Resonanz war stark, teilweise überwältigend. Gewürdigt wurde die Schönheit von Schuens Stimme, die Intelligenz der analytischen Durchdringung, die Expressivität. Vom Lied mag der Bariton immer noch nicht ganz lassen, seine jüngste Veröffentlichung mit dem schlichten Titel «Mozart» bietet zwar bekannte Arien (Don Giovanni, Figaro, Papageno), schaltet aber auch immer wieder Lieder oder klavierbegleitete Kantaten dazwischen.
Im Falle der «Abendempfindung» (KV 523) ist Schubert sogar so nahe, dass man fast von einem fließenden Übergang von Schuens bisherigen Veröffentlichungen sprechen kann. Wie sich hier über still-bewegter Begleitung im Klavier die Singstimme ausbreiten darf in gelassener Einkehr von der Unrast des Tages: Ganz ähnliche Abendstimmungen hat auch Schubert kaum drei Jahrzehnte später ersonnen. Der Sänger ist hier hörbar in seinem Element, vertraut der Wärme seiner Stimme, richtet den Blick nach innen, lässt geschehen. Und doch ist Mozart anders. Die Rhythmen sind feiner, liedhafte Passagen wechseln sich ab mit rezitativartigen, die im gedämpften Ton der abendlichen Atmosphäre nach Beweglichkeit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2025
Rubrik: Medien, Seite 37
von Clemens Haustein
Im Jahr 1966 kommt Paul McCartney bei einem Autounfall ums Leben. Um die Öffentlichkeit zu täuschen, pflanzen die Plattenbosse der Band heimlich einen Doppelgänger ein und verpflichten die hinterbliebenen «Beatles» zur Verschwiegenheit. Trotzdem platzierten John, Ringo und George in ihren Liedtexten heimliche Botschaften an die Fan-Gemeinde: Spielt man «I Am The...
Sind wir hier richtig – in einer Boule-Bar? Die befindet sich im Osloer Multikulti-Stadtteil Grønland, die Speisekarte bietet American Diner an, auf den Bildschirmen wird Werbung gemacht für ein Pokerturnier – und eben für Boule-Events. Einen Opernabend erwartet man in diesem Umfeld wirklich nicht. Nur sieben Prozent der Norweger geben an, sich für Oper zu...
Dass der Italiener Victor de Sabata zu den besten Wagner-Dirigenten gehörte, war auch außerhalb seines Heimatlandes bald bekannt; auf Schallplatte dokumentiert wurde dieser Ruf aber überraschend spärlich. Einzelne Stücke aus Wagners Musikdramen liegen in Aufnahmen vor: etwa ein überaus geschmackvoll dirigiertes «Meistersinger»-Vorspiel, ein innig und leuchtend...
