Ein Vorschlag zur Güte
Wenn er nicht am Zeichentisch sitzt oder auf einer Baustelle herumklettert, kann man sicher sein, Stephan Braunfels in einem Opernhaus zu treffen: Unermüdlich propagiert er die Werke seines Großvaters Walter, dessen «Heilige Johanna» gerade zur «Wiederentdeckung des Jahres» gewählt wurde. Regelmäßig entwirft er Bühnenbilder – etwa für Nikolaus Lehnhoffs «Lohengrin» in Baden-Baden und gerade erst für «Fidelio» an der Deutschen Oper am Rhein.
Vor allem aber ist der Stararchitekt ein leidenschaftlicher Opernfan, der auch gern selbst mit Hand anlegt, um sich ein ästhetisch erträgliches Ambiente für sein Lieblingsvergnügen zu schaffen: An der Komischen Oper möbelte er aus Eigeninitiative das heruntergekommene Foyer mit einer effektvollen Spiegelgalerie auf; auch bei seinem Beitrag zur Debatte um die Sanierung des Innenraums der Berliner Staatsoper ließ sich Braunfels nach eigenem (durchaus glaubwürdigen) Bekunden nicht von der Aussicht auf einen weiteren Auftrag für sein Büro leiten, sondern allein von seiner Liebe zur Sache.
Tatsächlich steckt der Karren derzeit ziemlich im Dreck, nachdem der Wettbewerb um die Innenrenovierung des Knobelsdorff-Baus Unter den Linden zu einem fatalen ...
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