Ein Vorschlag zur Güte
Wenn er nicht am Zeichentisch sitzt oder auf einer Baustelle herumklettert, kann man sicher sein, Stephan Braunfels in einem Opernhaus zu treffen: Unermüdlich propagiert er die Werke seines Großvaters Walter, dessen «Heilige Johanna» gerade zur «Wiederentdeckung des Jahres» gewählt wurde. Regelmäßig entwirft er Bühnenbilder – etwa für Nikolaus Lehnhoffs «Lohengrin» in Baden-Baden und gerade erst für «Fidelio» an der Deutschen Oper am Rhein.
Vor allem aber ist der Stararchitekt ein leidenschaftlicher Opernfan, der auch gern selbst mit Hand anlegt, um sich ein ästhetisch erträgliches Ambiente für sein Lieblingsvergnügen zu schaffen: An der Komischen Oper möbelte er aus Eigeninitiative das heruntergekommene Foyer mit einer effektvollen Spiegelgalerie auf; auch bei seinem Beitrag zur Debatte um die Sanierung des Innenraums der Berliner Staatsoper ließ sich Braunfels nach eigenem (durchaus glaubwürdigen) Bekunden nicht von der Aussicht auf einen weiteren Auftrag für sein Büro leiten, sondern allein von seiner Liebe zur Sache.
Tatsächlich steckt der Karren derzeit ziemlich im Dreck, nachdem der Wettbewerb um die Innenrenovierung des Knobelsdorff-Baus Unter den Linden zu einem fatalen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Frau Piau, ein Satz von Ihnen steht unverrückbar im Raum: Sänger sind verrückte Menschen. Ist es tatsächlich notwendig, verrückt zu sein, um eine gute Sängerin oder ein guter Sänger zu sein?
Sagen wir es so: Nicht alle Sänger sind verrückt. Aber jeder Künstler muss ein bisschen egozentrisch sein, wenn er auf die Bühne geht. Sonst klappt es nicht. Und was wir nicht...
Renée Fleming hat sich in den letzten Jahren auf der Bühne wie im Konzertsaal als eine führende Interpretin der Musik von Richard Strauss profiliert. Als Marschallin, Arabella, «Capriccio»-Gräfin und zuletzt Daphne hat sie für die jüngere Zeit Maßstäbe gesetzt, die «Vier letzten Lieder», die sie bereits 1995 aufgenommen hat, sind von je ein fester Pfeiler in ihrem...
Was fällt als Erstes auf an dieser Seite? Richtig: Mozart schreibt die Stimmen der Violinen ganz oben. Gewohnt ist man, dort das zu lesen, was die Holzbläser spielen, meist die Flöten. Unten stehen, wie auch später üblich, die Bässe. So spannt sich der Klangraum auf, in den die Bläser eingebettet sind. Man liest anders – und hört anders. Das Faksimile von «Così fan...
