Blick in die Werkstatt

Mozarts große Opern als Faksimile-Edition

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Was fällt als Erstes auf an dieser Seite? Richtig: Mozart schreibt die Stimmen der Violinen ganz oben. Gewohnt ist man, dort das zu lesen, was die Holzbläser spielen, meist die Flöten. Unten stehen, wie auch später üblich, die Bässe. So spannt sich der Klangraum auf, in den die Bläser eingebettet sind. Man liest anders – und hört anders. Das Faksimile von «Così fan tutte» hat noch mehr Überraschungen parat.

Es erzählt zum Beispiel davon, in welcher Reihenfolge Mozart die Nummern seiner Oper komponiert hat: Die zwei Papiersorten, die er verwendete, lassen darüber begründete Vermutungen zu. Oft gibt es mehrere Eintragungsschichten. Dann lässt sich sogar ablesen, wo und wie Mozart zuerst die Bass- und Singstimme und die Geigen notiert hat, um erst später den ganzen Satz fertigzustellen. Dass ihm Guglielmos «Rivolgete»-Arie zu lang und im Gestus zu konzertant geriet, hat er früh gespürt. Also strich er. Doch das reichte ihm nicht. Und so schrieb er ein neues Stück für die alte Bühnensituation. Auch das kann man am Autograph verfolgen. Weil es durchweg nur zwölf Notenlinien hat, brachte Mozart bei den großen Finali Pauken und einen Teil der Bläser nicht unter. Also notierte er deren ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Stephan Mösch

Vergriffen
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