Ein toller Tag

Lotte de Beer blickt an der Volksoper Wien mit Esprit, Energie und erklecklichem Erfindungsreichtum auf Mozarts «Le nozze di Figaro», Omer Meir Wellber setzt bei seinem Abschied ein dickes Ausrufezeichen

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Nicht nur der Titel von Dieter Borchmeyers Buch über Mozarts Opern an sich ist bezaubernd, dieser Titel beschreibt zudem ziemlich treffend, worum es in jenen sieben großen Bühnenwerken geht, die Mozart binnen eines Jahrzehnts komponierte: um die «Entdeckung der Liebe». Wobei der Begriff «Entdeckung» durchaus einen doppelten Boden hat: Nicht jede Liebe, der man begegnet, erweist sich als authentisch; und natürlich wussten auch Mozart und seine Librettisten, dass ein ernst zu nehmender Liebesdiskurs im 18.

Jahrhundert an der Schwelle zum bürgerlich aufgeklärten Zeitalter nur mit dem Wissen um die nicht selten zerstörerische Wirkmächtigkeit des Allianzdispositivs geführt werden konnte.

Gegen solch überkommene Muster und wider den aristokratischen Autoritarismus des Ancien Régime setzt Mozart das Ensemble als Empfindungsgemeinschaft. Am entschiedensten tut er es in seiner Commedia per musica «Le nozze di Figaro» von 1786, die zwar auf den ersten Blick nicht von jener revolutionären Kraft durchglüht ist wie das zugrundeliegende (fast genau auf den Tag zwei Jahre zuvor uraufgeführte) Schauspiel von Augustin Caronte de Beaumarchais. Paris war außer Rand und Band, Wien amüsierte sich.

Und ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 26
von Jürgen Otten

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