Ein musikalisches Meisterstück

Britten: Peter Grimes LUZERN | THEATER

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Zunächst ist man skeptisch. Im kleinen Luzerner Theater soll es eine große Britten-Oper geben? Mit farbig-fülliger Orchestrierung und einem ganzen Dorf auf der Bühne? Und tatsächlich ist der Einstieg gewöhnungs -bedürftig: Arg reduziert sind Streicher und Bläser, zu sehen gibt es nur eine Mauer.

Doch bald schon beginnt ein musikalisches Wunder: Jonathan Bloxham holt am Pult des Luzerner Sinfonieorchesters aus einer begrenzten Musikerschar wirklich sehr viel heraus; die Zwischenspiele (sie bilden Stimmungen des Meeres ebenso ab wie die inneren Zustände der Hauptfigur) klingen energiereich, schön, klar, wo nötig aufbrausend. Der Gesamtklang wird immer korpulenter, raumgreifender und bleibt doch genau gestaltet – Bloxham gelingt ein Meisterstück! Auch die Chöre (Einstudierung: Manuel Bethe) sind überragend.

Benjamin Britten schuf mit «Peter Grimes» (das fulminante Libretto stammt von Montagu Slater, nach einem Gedicht von George Crabbe) vor allem ein Seelendrama; der Titelgeber ist Fischer und hat zwei Jungen auf dem Gewissen. Sie haben ihm auf hoher See geholfen und sind (vermutlich) verunglückt. Wobei immer auch das Thema Missbrauch mitschwingt. Die Dorfgemeinschaft jedenfalls ...

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Opernwelt November 2025
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Jörn Florian Fuchs

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