Ein Leben unter der Perücke

Händel-Biografien von Franz Binder, Franzpeter Messmer, Uwe Neumahr und Dorothea Schröder

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Er floh vor der pietistischen Enge seiner Heimatstadt in die großen Metropolen, sobald er konnte. Er war attraktiv und eloquent, kreativ, polyglott und scharfzüngig. In seinen Opern war er der größte Frauenversteher des Barock. Trotzdem hatte er zeitlebens keinen belegbaren intimen Kontakt zum anderen Geschlecht. Wenn man die gesicherten Eigenschaften und Lebensumstände Georg Friedrich Händels mit dem Blick des 21.

Jahrhunderts betrachtet, stellt sich vor allem eine Frage: War der Mann am Ende schwul?
In seiner neuen Biografie hat sich Franzpeter Messmer dieser Frage gestellt, und prompt taucht sie wie ein roter Faden in allen Lebensetappen des Komponisten auf. War es wirklich nur eine Hakelei über musikalische Zuständigkeiten, die zum Zweikampf des 19-jährigen Händel mit seinem Busenfreund Johann Mattheson führte? Hatte der homosexuelle Medici-Prinz Gian Gastone, der Händel bald darauf anbot, in seinem Gefolge nach Italien zu reisen, rein künstlerische Interessen? Hatte der Papstneffe Benedetto Pamphili, der Händel in einer Ode feierte und mit der Vertonung seines Oratoriums «Il trionfo del tempo e del disinganno» beauftragte, wirklich keinen Grund, sich etwas von dem jungen, nach ...

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Opernwelt April 2009
Rubrik: Medien/Bücher, Seite 14
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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