Auftakt mit Szenen aus «Faust»: Roman Trekel als Titelfigur, Elsa Dreisig als Gretchen. Foto: Barbara Braun/drama-berlin

Editorial November 2017

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Wenn uns die (Musik-)Geschichte eines lehrt, dann dieses: Nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Auch all jene Musenkinder, die der Wiedereröffnung der Berliner Lindenoper sehnsuchtsvoll entgegengefiebert hatten, sahen sich, nolens volens, mit dieser Einsicht konfrontiert.

Denn in die berechtigte Freude über die Tatsache, dass sieben Jahre im Charlottenburger Ausweichquartier nun der Vergangenheit angehören, mischte sich ein Wermutstropfen: dass nämlich bei aller Rührung die Kunst selbst an diesem, aus Schumann und Goethe montierten, faustisch übergewichtigen Abend nicht so recht zu berühren wusste (Seite 4). Ganz anders das Bild an der Deutschen Oper: Mit der Uraufführung von Aribert Reimanns magischem neunten Bühnenwerk «L’Invisible» bewies Berlins größtes Opernhaus, dass sich Mut zum (scheinbar) Entlegenen manchmal auszahlt (Seite 14). Ein Stück aus einem fernen Jahrhundert als Vorlage, expressiv vertont und doch mitten hineingesetzt in unsere beschleunigte Zeit: Was modernes Musiktheater kann, wurde hier glänzend unter Beweis gestellt. Zumal Operndirektor Christoph Seuferle für drei zentrale Partien mit der Sopranistin Rachel Harnisch die – nicht nur aus Sicht des ...

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Opernwelt November 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann

Vergriffen
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Personalien | Meldungen November 2017

JUBILARE

Günter Neuhold wurde in Graz geboren und studierte an der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Dirigieren. Anschließend  setzte er seine Studien bei Franco Ferrara in Rom und bei Hans Swarowsky in Wien fort. 1972-80 folgten Engagements an verschiedene Bühnen in Deutschland, darunter Hannover und Dortmund, wo er als 1. Kapellmeister tätig...

Urfassung

Man muss erfinderisch sein im Kölner Staatenhaus, einer einstigen Messehalle, mit der die Kölner Oper während der skandalös sich hinschleppenden Sanierung ihres Stammhauses bis mindestens 2023 vorlieb nehmen muss. Die Eröffnungspremiere der jungen Spielzeit deutet zumindest an, dass man inzwischen bühnentechnisch kreativer und akustisch souveräner mit den...

«Das zieh ich durch»

Welcher Dirigent kann schon von sich sagen, dass er in einem Jahr gleich zwei neue Häuser eröffnet hat? Sie haben Anfang März zum ersten Mal im neuen Pierre Boulez Saal dirigiert, Anfang Oktober in der frisch restaurierten Lindenoper. Es gab Verrisse und Lob. Sind Sie zufrieden mit Ihren Kritikern, Herr Barenboim?
Dass ich lieber ein modernes Haus haben wollte, ein...