Editorial Mai 2018
Schauplatz der Irritationen: die Oper Köln. Wieder einmal. Zwei Tage vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe schlagzeilte der «Kölner Stadt-Anzeiger»: «Ende der Harmonie – Zerwürfnis zwischen Intendantin Birgit Meyer und Generalmusikdirektor François-Xavier Roth». Roth habe, berichtet das Blatt, im Zuge der Verhandlungen um eine Verlängerung seines im Sommer 2020 auslaufenden Vertrags, «die baldige Ablösung der Opernintendantin» zur Bedingung für seine Weiterarbeit in Köln gemacht.
Schon schießen Spekulationen ins Kraut, der 2015 als Nachfolger von Markus Stenz zum Chef des Gürzenich-Orchesters gekürte Dirigent wolle die Oper künftig selbst übernehmen. Was immer an diesen Gerüchten dran ist – wir schauen uns lieber die Realität an.
François-Xavier Roth ist fraglos einer der besten, vielseitigsten und interessantesten Dirigenten unserer Zeit. Und es war ein Glücksfall für die Stadt, dass der charismatische Franzose nach der skandalösen Abwicklung des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg, dem er als letzter künstlerischer Leiter verbunden war, Kapazitäten frei hatte. Unter den Kölner Musikern genießt Roth einen exzellenten Ruf, die exzeptionelle Klangqualität der von ihm ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann
Ein französischer Komponist aus der Zeit Ludwigs XIV., dessen Name nicht geläufig ist – das macht zumindest neugierig. Umso mehr, als der selbst im Bielefelder Katalog kaum vertretene Nicolas Bernier (1665-1734) hier mit Kammerkantaten vorgestellt wird, deren Meisterwerke von Campra über Clérambault bis zu Montéclair und Rameau bekannt sind und in zahllosen...
Glitter und Glamour so weit das Auge reicht: roter Teppich, silberne Vorhänge, schillerndes Licht. Ein Jahrmarktskarussell, das in der Bühnenmitte rotiert, lässt meterlange Glitzerfäden durch die Lüfte wirbeln. An Silberfolie wurde nicht gespart in Tilman Gerschs Inszenierung von Strawinskys «The Rake’s Progress». Der Regisseur lässt die Geschichte vom tragischen...
«Traurig», stöhnte der Meister übers Libretto aus der Textwerkstatt à la Scribe, «demütigend», «uninteressant». Dann auch noch eine Primadonna, die kurzfristig aus Paris verschwand: Giuseppe Verdis «Les Vêpres siciliennes», so scheint es, sind die Presswehen noch heute anzumerken. Also Machwerk? Oder doch Vorzeichen der Moderne? Dabei fällt der Fünfakter ja gar...
